Friedpark: Friedhof Heerstraße
  Gedächtnisstätte

Hans Pels-Leusden

geboren am: 19.08.1908
gestorben am: 26.04.1993

 

Maler, Kunsthändler

 

Der in Lüdenscheid/Westfalen geborene Hans Pels-Leusden nahm 1927 bei Prof. Paul Bindel ein Studium auf und wurde dann von Willi Jaeckel als Maler ausgebildet.
1932 hatte er in Berlin seine erste Einzelausstellung. Während der Zeit des Nationalsozialismus wurden eine Reihe seiner Bilder beschlagnahmt. Aus dieser Zeit ist nur noch das Bild 'Magischer Raum' aus dem Jahre 1932 vorhanden. Pels-Leusden selbst bezeichnete sich als den 'meistausgebombten Maler'.

1950 übernahm er von Otto Leider eine sich in den Ruinen am Olivaer Platz, Kurfürstendamm 181 befindliche Buch- und Kunsthandlung. Es war schnell zu erkennen, dass sich hier ein Kunstfreund und Meister seines Faches niedergelassen hatte.
Sein Antiquariat wurde in kurzer Zeit ein Treffpunkt für Künstler und Geistesschaffende.
Dort waren vor allem Kunstbücher mit Originalgraphiken und Zeitschriften erhältlich.
Kurze Zeit später gliederte er der Buchhandlung eine Galerie an, mit deren Themenausstellungen er bekannt wurde. Hier konnte man Werke von in der Nazizeit verbotenen Künstlern wie Käthe Kollwitz, Ernst Barlach und George Grosz, aber auch von Heinrich Zille bewundern. Später kamen Werke der Künstlergruppen 'Brücke' und
'Blauer Reiter' sowie von Max Liebermann, Lesser Ury und Lovis Corinth hinzu.
Von Max Beckmann (1884-1950) erwarb er 110 frühe Werke, so dass seine bisherigen Räume zu klein wurden und er 1960 auf die andere Straßenseite, Ku'damm 59/60, zog. 1965 stellte Hans Pels-Leusden eine umfassende Ausstellung der Werke von Käthe Kollwitz zusammen, aus der unter seiner Leitung ein repräsentatives und mit hochwertigen Kunstwerken ausgestattetes Käthe-Kollwitz-Museum entstand, welches am 31.Mai 1986 eröffnete.

1970 richtete er eine zweite Galerie im Nachbarhaus Ku'damm 58 ein und führte in beiden Galerien unterschiedlich thematische Ausstellungen durch. Hans Pels-Leusden begann bereits über eine Gesamtgalerie mit Antiquariat nachzudenken. Zur Verwirklichung seines Zieles ließ er die vom Verfall bedrohte Villa Grisebach in der Fasanenstraße 25 aus privaten Mitteln rekonstruieren und eröffnete dort am 21. März 1986 seine Galerie.
Im Juli 1986 gründete er die 'Villa Grisebach Auktionen', die sich sofort zum Anziehungspunkt von Kunstfreunden entwickelte.
Am 18. August 1983 erhielt Hans Pels-Leusden die Ehrenprofessur.

Grabstelle: 7 G – 20/21