Friedpark: Kreuzfriedhof
  Gedächtnisstätte
Ehrengrab

Erna Charlotte Frieda Maraun

geboren am: 06.10.1900
gestorben am: 14.03.1959

 

Sozialpädagogin, Kommunalpolitikerin (SPD)
 
Nach dem Besuch eines Lyzeums erfolgte eine weitere Ausbildung an der Handelsschule und der Sozialen Frauenschule. Es erfolgte eine Anstellung als Fürsorgerin und Heimleiterin ab 1933. Während des 2. Weltkriegs war Maraun Sekretärin und Referentin für Sozialpädagogik im Hauptschulamt. 1945, wurde sie als Mitglied der Berliner Nachkriegs-SPD Stadträtin des Magistrats von Groß-Berlin im Hauptjugendamt mit dem Verantwortungsbereich Sozialfürsorge und Jugendarbeit. Ab Dezember 1946, war sie die Initiatorin für eine Hilfsorganisation ähnlich der in angelsächsischen Ländern angesiedelten Child Guidance Clinics in Zusammenarbeit mit dem Institut für Psychotherapie in Berlin. 1947, erfolgte ihre Bestätigung als Leiterin des Hauptjugendamtes durch die Militärkommandantur und am 24.3.1948, war sie als solche, mit Harald Schultz-Hencke, maßgeblich beteiligt an einer Konzeption des Berliner Instituts der Psychoanalytiker zur Betreuung von durch die Kriegsereignisse geschädigten und schwierigen Kindern sowie der Beratung von begleitenden Erziehern. Bezirksrätin für Kreuzberg, Abteilung Jugend, war Maraun ab März 1949 bis 1951, anschließend 'Regierungsamtmann' im Hauptjugendamt Berlin. Ihre publizistischen Tätigkeiten als Autorin in Fachzeitschriften, sozialistischen Zeitungen und Zeitschriften ging bis 1932. Nach Kriegsende war Maraun Mitarbeiterin des 'Sozialistischen Jahrhunderts'.
'Angeregt durch viele aus dem Ausland zu uns gedrungenen Mitteilungen und veranlasst durch die katastrophale Situation unserer Jugend, welche unter den besonders erschwerenden Bedingungen des Hitlerregimes, des Krieges und der Nachkriegszeit gelitten hatte, wurden unter der Initiative der damaligen Stadträtin Erna Maraun von Mitgliedern des Berliner Instituts für Psychotherapie im Herbst 1947 eingehende Beratungen gepflogen, wie in Berlin Institutionen geschaffen werden könnten, welche die Aufgabe der in England und in den USA entstandenen child guidance clinics übernehmen könnten. Wir einigten uns dahin, dass es vor allem darauf ankäme, geeignete Kräfte heranzubilden, die die Betreuung von schwierigen Kindern und die Beratung von deren Beziehungspersonen durchführen könnten, wobei wir von der Tatsache ausgingen, dass etwa 80% der auffällig gewordenen Kinder und Jugendlichen keiner eingehenden tiefenpsychologischen Therapie bedürfen, sondern von hierzu herangebildeten Kräften durch Betreuungen von ihren Auffälligkeiten, sei es im Sinne von Neurosen oder von Verwahrlosungserscheinungen, befreit werden könnten.'
Böhm, F. (1952): Zur Ausbildung und Arbeitsweise der Psychagogen (Erziehungsbetreuer). In: Praxis der Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie, 67