Friedpark: Friedhof Heerstraße
  Gedächtnisstätte
Ehrengrab

Grethe Weiser

geboren am: 27.02.1903
gestorben am: 02.10.1970

 

Schauspielerin
 

Die in Hannover als Tochter eines ehemaligen Offiziers und Besitzer einer Firma für
Eisen-, Hoch- und Brückenbau geborene Grethe Weiser hieß eigentlich
Mathilde Ella Dorothea Margarethe Nowka. Nach dem Besuch einer höheren Töchterschule in Neustadt und einer Dresdener Privatschule heiratete sie mit 17 Jahren einen reichen Süßwarenfabrikanten, der in Berlin ein Kabarett am Kurfürstendamm gepachtet hatte.
Dort hatte sie ihre ersten Auftritte als Vortragskünstlerin, Couplet- und Chansonsängerin.
Sie bezeichnete diese Bühne als 'Sprungbrett für ihre Karriere'. Die Ehe ging nach kurzer Zeit in die Brüche. Grethe Weiser nahm Gesangs- und Schauspielunterricht und trat
1928-1930 an der Berliner Volksbühne und 1930-1933 in verschiedenen Kabaretts, Revuen und Operetten, unter anderem in Hamburg und Dresden als Soubrette und Komikerin auf.
Bereits 1927 debütierte sie in dem Stummfilm 'Männer vor der Ehe', doch erst mit Beginn der Tonfilmära Anfang der 1930er Jahre begann ihre eigentliche Filmkarriere. Sie spielte in den ersten Jahren vorwiegend Nebenrollen als Haushälterin und 'Zofen vom Dienst'.
Den endgültigen Durchbruch erzielte sie 1937 mit ihrer Hauptrolle in 'Die göttliche Jette'.

Im Laufe der Zeit wirkte sie in mehr als 100 Filmen mit, in denen sie ihr komisches Talent, den Berliner Dialekt, ihre Vitalität und Schlagfertigkeit dem begeisterten Publikum darbot. Die als 'Kodderschnauze mit Herz' und 'Quasselstrippe' bekannte Schauspielerin war nicht nur als humoristische Darstellerin erfolgreich, sondern erntete auch im Charakterfach Lob und Anerkennung. 1949 spielte sie zum ersten Mal auf der Hamburger Bühne die
'Mary Miller' in dem Theaterstück 'Das Kuckucksei'. Diese Rolle wurde zu ihrer Paraderolle und einem Höhepunkt ihrer Karriere. 1970 wurde die Aufführung 'Das Kuckucksei' im Fernsehen für die Nachwelt aufgezeichnet. Auch mit der Rolle als Mutter Wolffen in Hauptmanns Stück 'Der Biberpelz' und als Klosett- und Putzfrau Frau Nomson in Dürrenmatts Theaterstück 'Der Meteor' feierte sie triumphale Erfolge.

Die große Volksschauspielerin starb in Bad Tölz an den Folgen eines Verkehrsunfalls in Untersteinbach. Bei dem Autounfall kamen auch ihr Ehemann Hermann Schwerin, ihre Gesangslehrerin Baronin Agnes von Spetzler und ihre Haushälterin Maria Reisch ums Leben. Zu Ehren von Grethe Weiser wurde in Bernsdorf/Landkreis Kamenz in ihrem ehemaligen Wochenendhaus eine Gaststätte und Pension unter dem Namen
'Grethe-Weiser-Haus' eingerichtet, dort kann man zahlreiche Originale aus dem Nachlass der Ulknudel besichtigen. In Berlin Charlottenburg-Wilmersdorf wurde der
'Grethe-Weiser-Weg' nach ihr benannt.

Auf der Grabstätte von Grethe Weiser wurde auch ihr Ehemann, der Jurist und Filmproduzent Hermann Schwerin (gest. 02.10.1970 ) beigesetzt.
Grabstelle: 18 L – 228/229