Friedpark: Friedhof Heerstraße
  Gedächtnisstätte
Ehrengrab

Dr. Werner Bloch

geboren am: 04.02.1890
gestorben am: 20.08.1973

 

Pädagoge, Publizist, Politiker
 
Der als Sohn eines Buchhändlers in Berlin geborene Werner Bloch studierte von 1910 bis 1913 in München Philosophie, Literatur und Physik. Er promovierte in Philosophie. 1914 wechselte Bloch von München nach Berlin und wurde Mitarbeiter eines Verlages für naturwissenschaftliche Themen. Hier profilierte er sich als Verfasser und Übersetzer natur- und geisteswissenschaftlicher Werke.

Während des 1. Weltkrieges unterrichtete Bloch als Lehrer an höheren Schulen. 1916 legte er eine Prüfung für ein höheres Lehramt in den Fächern Physik, Mathematik und Philosophie ab. Er widmete sich dem Schreiben naturwissenschaftlicher Bücher und Aufsätze und war Mitbegründer des 'Sozialistischen Lehrerverbandes'. 1928 arbeitete er an der Karl-Marx-Schule Neukölln, wo er sich um die Jugenderziehung, die Erwachsenenbildung und die Ausbildung der Referendare verdient machte.

Mit Unterstützung der jüdischen Gemeinde erhielt er nach Entlassung durch die Nationalsozialisten eine Hilfsstelle. Ab 1934 gab er Unterricht an einer jüdischen Schule in Schweden. Von Dezember 1936 bis Kriegsende leitete er ein Laboratorium und Prüffeld in einer phototechnischen Fabrik.

Nach dem 2. Weltkrieg wurde Bloch kurzzeitig Leiter des Schulwesens in Wilmersdorf. Er war auch freiberuflicher Schriftsteller. Ab Februar 1946 war er Lehrer an der Paulsen-Schule in Steglitz, die er von 1950 bis zu seiner Pensionierung 1953 leitete

Werner Bloch war seit 1947 Mitglied der SPD und von 1950 bis 1963 Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin. In den drei Legislaturperioden beteiligte sich Bloch aktiv am Neuaufbau eines demokratischen Schulwesens. 1968 zog er sich von allen politischen Ämtern zurück. Anlässlich seines 80. Geburtstages wurde Werner Bloch mit dem Titel 'Stadtältester von Berlin' geehrt. Drei Jahre später starb er in Bad Waldsee. Auf seiner Grabstätte wurde 1978 auch seine Ehefrau Gertrud Bloch beigesetzt.

Werke:
'Allgemeinverständliche Darstellungen aus Naturwissenschaft und Technik';
'Einführung in die Relativitätstheorie'; 'Wellentelephonie'.

Grabstelle: Abt. 18 L – 51