Friedpark: Parkfriedhof Lichterfelde
  Gedächtnisstätte
Ehrengrab

Prof. Dr. phil. Traugott Böhme

geboren am: 23.05.1884
gestorben am: 03.01.1954

 

Philologe, Pädagoge, Archivar
 

Traugott Böhme wurde in dem Dorf Rottleberode (im preußischen Regierungsbezirk Merseburg) geboren. Er studierte in Berlin Neue Philologie und ging von 1919 bis 1927 nach Mexiko-Stadt, wo er sich als erster Leiter der deutschen Schule besondere Verdienste erwarb. Böhme prägte die Struktur einer Begegnungsschule, die noch heute besteht. Ihm war es zu verdanken, dass sich die Schule zu einem kulturellen Zentrum entwickelte. Des weiteren war Böhme Mitbegründer der „Deutsch-Mexikanischen Vereinigung“ und deren Organ „El México Antiguo“. Auch seine erste Frau Alice (gest. 1926) förderte in ihrer Funktion als Leiterin des „Kulturrings“ Künstler des In- und Auslandes, so auch die Malerin Ottilie Reylaender, die spätere (1929) zweite Ehefrau Böhmes.

1927 erhielt Böhme eine Professur an der Ohio State University. Ende 1928 kehrte er nach Deutschland zurück, um eine Stelle als Legationsrat in der Schulverwaltung des Auswärtigen Amtes in Berlin anzunehmen.
Doch 1937 zwangen ihn die Nationalsozialisten in den vorzeitigen Ruhestand, da sich der engagierte Sozialist weigerte, in die NSDAP einzutreten und weil er wegen seines Freimaurertums als „Meister vom Stuhl“ und in der Berliner „Großloge zu den drei Weltkugeln“ in Ungnade gefallen war.

Nach Ende des 2. Weltkrieges wurde Böhme im Rahmen seiner Ernennung zum Leiter des Preußischen Geheimen Staatsarchivs in Dahlem mit der Aufgabe der Reorganisation des staatlichen und städtischen Archivwesens in Berlin betraut. Von 1946 bis 1950 dozierte der Professor an der Wirtschaftshochschule in Berlin, dort lehrte er bereits von 1931 bis 1937. Zudem hatte Traugott Böhme einen Lehrstuhl an der Humboldt-Universität und die Leitung des Ibero-Amerikanischen Instituts in Berlin inne.


Sein Ehrengrab (seit 1995) befindet sich auf dem Parkfriedhof Lichterfelde, wo auch seine Ehefrau Ottilie Reylaender-Böhme (gest. 1965) ihre letzte Ruhe fand.





Grablage Abt. 5-11/12, EG,