Friedpark: Friedhof Zehlendorf
  Gedächtnisstätte

Ernst Otto Eduard Legal

geboren am: 02.05.1881
gestorben am: 29.06.1955

 

Schauspieler, Regisseur
Intendant
 
Der als Sohn eines Apothekers in Schlieben bei Merseburg geborene Ernst Legal absolvierte 1898 nach dem Besuch des Gymnasiums in Breslau eine Buchhändlerlehre in Leipzig.
Ab 1901 wechselte er zum Studium an die Musik- und Theaterschule in Weimar.
Seine Schauspielerlaufbahn begann an Wandertheatern und verschiedenen Provinztheatern. Ab 1912 arbeitete er als Regisseur und Intendant am Wiesbadener Theater, 1920-1924 als Schauspieler, Dramaturg und Regisseur am Staatlichen Schauspielhaus Berlin, 1924-1927 als Intendant und Regisseur am Hessischen Landestheater Darmstadt, 1927-1928 als Intendant in Kassel, 1928-1931 als Regisseur an der Krolloper in Berlin, wo er zusammen mit dem Intendanten Otto Kemperer maßgeblich am Ausbau der Krolloper zu einem Musiktheater mit Aufführungen von Werken zeitgenössischer Komponisten beteiligt war. 1931-1932 war er am Staatlichen Schauspielhaus Berlin tätig. 1933 übernahm er die Leitung des Hebbel-Theaters Berlin. 1938-1944 wirkte er als Regisseur und Schauspieler unter Heinrich Georges Leitung am Schillertheater in Berlin.

Neben seiner Theaterkarriere spielte Ernst Legal auch in zahlreichen Filmen mit. Bereits 1919 hatte er sein Debüt in dem Film 'Der Richter von Zalamea'. Sein Charakterkopf und die markanten Gesichtszüge machten ihn zu einem beliebten Darsteller meistens in Nebenrollen. 1936 verkörperte er im Film 'Straßenmusik' seine erste Hauptrolle, eine größere Rolle hatte er 1937/1938 in dem Film 'Musketier Meier III' und seine letzte größere Filmrolle in dem 1946/1947 gedrehten DEFA-Film 'Kein Platz für Liebe'. 1944-1945 war er Intendant des Renaissance-Theaters und von Mai 1945-1952 Intendant der Deutschen Staatsoper in Berlin sowie 1947-1951 am Deutschen Theater. Er inszenierte vorwiegend Brecht, Goethe, Schiller, Shakespeare und Zuckmayer. Im Juli 1945 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des 'Kulturbundes zur demokratischen Erneuerung Deutschlands' und unterstützte die
Berliner Volksbühnenbewegung. 1952 trat er auf Grund der Stalinisierung der Arbeitsbedingungen und einer Auseinandersetzung um Bertolt Brechts Oper
'Die Verurteilung des Lukullus' von seinen Ämtern zurück, war aber weiterhin bis 1955 als Schauspieler am Schiller-Theater tätig. 1955 beendete Ernst Legal seine Filmlaufbahn nach seinem 100. Filmauftritt in dem Film 'Der Himmel ist nie ausverkauft'.

Filmauswahl:
'Friedrich Schiller' 1923; 'Die Nibelungen' 1924; 'Charleys Tante' 1934; 'Traumulus' 1935; 'Intermezzo' 1936; 'Der Mustergatte' 1937; 'Die göttliche Jette' 1937;
'Kennwort Machin' 1939; 'Komödianten' 1941; 'Rembrandt' 1942; 'Romanze in Moll' 1943;
'Die Degenhardts' 1944; 'Der Untertan' 1951; 'Roman eines Frauenarztes' 1954.

Sein Grabstein ist eine einfache Sandsteinstele, der folgenden Grabspruch trägt:
'Nichts ist verloren,/wenn wir vergehn!/Vergehen ist Werden.
'Grabstelle: 006/46 (alt: 16 HW-120), ehemaliges Ehrengrab