Friedpark: Parkfriedhof Lichterfelde
  Gedächtnisstätte

Prof. Dr. Paul Friedrich August Ascherson

geboren am: 04.06.1834
gestorben am: 06.03.1913

 

Botaniker
 
„...Gleich beim Bahnhof Finkenkrug geht es in ein nasses Luch.
Der Professor kraucht hinein, seine Heerde hinterdrein.
Staunend fragt da manches Kind, was denn das für Leute sind,
Die mit hochgezogenen Hosen um den dicken, ganz famosen
Alten Herrn voll Laune stehn und durch ihre Lupen sehn.“

(studentisches Gedicht anläßlich seines 25jährigen Dozentenjubiläums 1894)

Paul Ascherson wurde als Sohn des Geheimen Sanitätsrates Ferdinand Moritz A. in Berlin geboren. Er studierte auf Wunsch des Vaters Medizin und zugleich sein Lieblingsfach Botanik. A. promovierte 1855 bei Alexander Braun mit einer Dissertation über die Pflanzengeographie der Mark Brandenburg zum Dr. med. und legte ein Jahr darauf das medizinische Staatsexamen ab. Infolge mehrjähriger botanischer Forschungen gründete er 1859 den „Botanischen Verein für die Provinz Brandenburg und die angrenzenden Länder“ (nach der Wende 1989 „Botanischer Verein für Berlin und Brandenburg“). Ascherson arbeitete ab dem Jahre 1860 als Assistent am Berliner Botanischen Garten und ab 1865 gleichzeitig am dort ansässigen Königlichen Herbarium. Aus diesem entstand später das botanische Museum in der Grunewaldstraße 6. Er habilitierte sich im Jahre 1863 an der Berliner Universität; 1873 erfolgte die Ernennung zum a. o. Professor der Botanik und im Jahre 1909 zum ordentlichen Professor.

Ein bedeutsames Werk von A. ist die „Flora der Provinz Brandenburg“ von 1864. Weil es ein ungewöhnliches Format besitzt (und scheinbar auf die gedrungene Statur des Autors hinweist) hat es noch zur heutigen Zeit den Namen „würfelförmiger Ascherson“.

Paul Aschersons umfassende Begabung äußerte sich in seinen archäologischen, ethnographischen und linguistischen Arbeiten. Von 1873 bis 1874 reiste er mit Gerhard Rohlfs durch die Libysche Wüste und fertigte danach eine exakte Karte davon an.
A. unternahm nach 1876 ausgedehnte Expeditionen nach Afrika. Er publizierte fundamentale Werke über die Flora Afrikas sowie anderer Länder. A. botanisierte Ende der 1850er Jahre häufig in der Provinz Sachsen und in den 1890er Jahren im Vorharzgebiet und Jerichower Land zusammen mit Paul Graebner, seinem engsten Freund und Mitarbeiter. Mit ihm gemeinsam verfasste A. auch sein Hauptwerk, die „Synopsis der mitteleuropäischen Flora“ (erschien 1894). Es wurde von Paul Graebner und dann von dessen Sohn Paul nach Aschersons Tod fortgesetzt.

Der als Mensch und Lehrer sehr beliebte Paul Ascherson starb in Berlin und erhielt ein von Freunden und Schülern gestiftetes Grabmal, Grablage: Abt. 5, Am Rosenfeld. Nach seinem Tod gründeten Schüler und Freunde die „Ascherson-Stiftung“.