Friedpark: Parkfriedhof Lichterfelde
  Gedächtnisstätte

William A. H. Campbell of Breadalbane

geboren am: 23.03.1863
gestorben am: 14.03.1944

 

Offizier, Lehrer
 


Der im ostpreußischen Memel (heute Klaipeda) geborene William A. H. Campbell verbrachte seine Kindheit am Fluß Dange, im Grenzgebiet zum Baltenland Litauen. Sein Vater, ein von schottischem Adel abstammender Konsul der britischen Krone im Großfürstentum Finnland und ostpreußischen Memel, erlangte für seinen Sohn William eine Sondergenehmigung des preußischen Kaisers Wilhelm I. Damit fand der Sohn als Ausländer im preußischen Kadettenkorps Aufnahme. Von 1879 bis 1882 befand sich der junge Schotte an der im Jahre 1878 nach Groß-Lichterfelde verlegten preußischen Hauptkadettenanstalt (HKA). Nach Abschluss der HKA wurde William A. H. Campbell in den aktiven Dienst nach Graudenz (heute Grudziadz), im westpreußischen Regierungsbezirk Marienwerder, abkommandiert. Von 1882 bis 1894 war er als Ausbilder und Lehrer an der HKA bei Berlin tätig. 1895 heiratete er Elisabeth Rimpler und nahm die deutsche Staatsbürgerschaft an. Es folgten Jahre der Lehrtätigkeit in den Regierungsbezirken Schleswig und Liegnitz (heute Legnica) in Schlesien. Am Ersten Weltkrieg nahm William A. H. Campbell als aktiver Offizier teil und wurde mehrmals schwer verwundet. Im Juli 1919 ging er als Generalmajor in Pension. Gemäß des Versailler Vertrages von 1920 wurde die HKA aufgelöst. Deshalb gründete William A. H. Campbell eine Privatschule, an der er Englisch unterrichtete.

Der rechtskonservative Offizier William A. H. Campbell of Breadalbane starb im Alter von fast 81 Jahren in Berlin. In der halbrunden Grabanlage auf dem Parkfriedhof in Berlin-Lichterfelde ruht auch sein einziger Sohn Reinhard William Campbell, der im I. Weltkrieg als gerade zwanzigjähriger Leutnant des 8. Rheinischen Infanterie-Regiments gefallen war. Der Antrag auf die Umwandlung der Familiengrabanlage in ein Ehrengrab wurde 1992 abgelehnt.

Grablage: Heideweg 46