Friedpark: Zentralfriedhof Friedrichsfelde
  Gedächtnisstätte
Gedenkstätte der Sozialisten

Dr. h. c. Fred Oelßner

geboren am: 27.02.1903
gestorben am: 07.11.1977

 

Politiker

 


Mit seiner Geburt am 27.02.1903 in Leipzig wurde Fred Oelßner schon seine politische Gesinnung mit in die Wiege gelegt, da sein Vater Alfred Oelßner bereits Funktionär der KPD war.

Er ging nach dem Besuch der Mittelschule in Weißenfels in eine Kaufmannslehre und in eine Müllerlehre im Mühlenwerk Beuditz. Aus dieser wurde er wegen seiner politischen Aktivitäten in der sozialistischen Arbeiterjugend entlassen.
Um die Menschen besser aufklären zu können, war er zunächst Volontär an der 'Hamburgischen Volkszeitung', dann Redakteur an der 'Schlesischen Arbeiterzeitung' in Breslau, Chemnitz und Stuttgart.

Wegen 'Vorbereitung zum Hochverrat' wurde er 1923 verhaftet und 1924 vom Reichsgericht in Leipzig zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. 1926 ging er nach Moskau und arbeitete dort als Aspirant an der Lenin-Schule, bevor er 1932 in Deutschland in der Agitprop-Abteilung der Reichsparteischule in Fichtenau mitarbeitete.

In seiner Emigration in Frankreich war er persönlicher Sekretär von Wilhelm Pieck, führte Schulungskurse in Amsterdam, Zürich und Prag durch.

Zurück in Deutschland, etablierte er sich sofort in der Parteiführung des Ministerrates. Während des Volksaufstandes am 17. Juni 1953 übernahm er die Leitung zur Niederschlagung des Aufstandes.

Im Juni 1953 wird Fred Oelßner gemeinsam mit Walter Ulbricht und Otto Grotewohl nach Moskau in den Kreml beordert und dort wie 'Schuljungen' vorgeführt. Oelßner, der als einziger fließend die russische Sprache konnte, übersetzte einen Maßnahmekatalog, in dem die Fehler der DDR-Führung und ein 'Neuer Kurs' festgehalten waren.
Auf der 35. Tagung des ZK 1958 wurde er aus allen Ämtern enthoben, weil er sich für mehr Liberalisierung eingesetzt hatte. Nach einer öffentlichen Selbstkritik wegen 'Opportunismus und politischer Blindheit' kehrte er in den Staatsdienst zurück, arbeitete bis 1969 als Direktor an der Akademie der Wissenschaften und erhielt den Ehrendoktor-Titel der Humboldt-Universität Berlin.

Lage: Ringmauer