Friedpark: Friedhof Pankow III
  Gedächtnisstätte

Prof. Mitja Samuel Rapoport

geboren am: 27.11.1912
gestorben am: 07.07.2004

 


Biochemiker

 


Mitja S. Rapoport wurde in Woloczysk in der Ukraine geboren. Er kam mit seinen Eltern Anfang 1920 nach Wien, wo er Medizin studierte. 1930 bis 1936 studierte er Medizin und Chemie an der Uni Wien.1932 trat Mitja S. Rapoport in die sozialistische Partei und 1934 in die KPÖ ein. 1937 emigrierte er in die USA und wurde Stipendiat an dem Childrens Hospital in Cincinnati (USA), wo er als Kinderarzt arbeitete. 1939 promovierte er auf dem Gebiet der Biochemie und wurde 1942 Professor für Biochemie und Pädiatrie.

1946 heiratete Mitja Samuel Rapoport Ingeborg Syllm, Tochter einer jüdischen Pianistin und wurde Vater von 4 Kindern. 1950 kehrte er nach Wien zurück 1952 erhielt Rapoport eine Berufung an die HU Berlin, wo er bis 1978 als Professor und Direktor des Instituts für Biologie und Physiologische Chemie tätig war. 1956 - 1990 war Rapoport Ehrenmitglied des Forschungsrates der DDR. 1969 wurde er Mitglied der Deutschen Akademie der Wissenschaft (DAW), 1978 - 1982 Vorsitzender der Biochemischen Gesellschaft. 1980 - 1984 war Mitja Samuel Rapoport Vorsitzender des Koordinierungsrates der medizinischen-wissenschaftlichen Gesellschaft und als Präsident für experimentelle Medizin tätig.

Seit 1992 war er Präsident der Leibnitz- Sozietät, sein Arbeitsgebiet befasste sich mit Phosphatstoffwechsel und Glykolyse der roten Blutzellen sowie der
Konservierung des Blutes.

Rapoport erforschte die Abweichungen und Gesetzmäßigkeiten des Wassers/ Elektrolythaushaltes, der Reifung und Differenzierung von Zellen und mathematischen Modellierung von Stoffwechselvorgängen sowie Enzymforschung, zelluläre Reifeprozesse. Rapoport veröffentlichte 1956 das Physikalische chemische Praktikum und das Lehrbuch medizinischer Biochemie.

1960 wurde Rapoport mit dem Nationalpreis geehrt.


Grablage: Feld 36U - 406