Friedpark: Friedhof Pankow III
  Gedächtnisstätte

Ruthild Hahne

geboren am: 19.12.1910
gestorben am: 01.09.2001

 

Bildhauerin
 


Ruthild Hahne ist in bürgerlichen Verhältnissen aufgewachsen und besuchte von
1917 – 1927 das Städtische Lyzeum in Berlin–Neukölln. Eine Ausbildung zur Gymnastik– und orthopädischen Turnlehrerin absolvierte sie von 1927 – 1929 und war anschließend bis 1936 als solche tätig. Im Jahr 1930 besuchte sie die Kunstgewerbeschule Berlin und wurde Mitglied der Arbeitertanzgruppe „Rote Tänzer“. An Auftritten bei KPD – Veranstaltungen und der Teilnahme an der 1. revolutionären Theaterolympiade in Moskau nahm sie von
1931 – 1933 teil. Anschließend von 1936 – 1940 studierte sie an der Hochschule für Bildende Kunst in Berlin Bildhauerei und war von Wilhelm Gerstel eine Meisterschülerin.

Ihre Beziehung zu Wolfgang Thiess brachte sie in Verbindung mit der Widerstandsgruppe „Rote Kapelle“, wobei sie ihn unterstützte und Mitarbeit an der illegalen Schrift „Die innere Front“ leistete. Wolfgang Thiess wurde nach der Aufdeckung 1942 zum Tode verurteilt und hingerichtet. Am 21.10.1942 wurde Ruthild Hahne verhaftet und am 21.08.1943 vom Volksgerichtshof wegen illegaler Tätigkeit zu vier Jahren Zuchthaus verurteilt. Am 19.02.1945 gelang ihr die Flucht aus dem Frauengefängnis Cottbus und sie trat zur Roten Armee über. Im Juni 1945 kehrte sie nach Deutschland zurück und wurde Mitglied der KPD und später der SED. Ruthild Hahne war Mitbegründerin und Dozentin für Bildhauerei
an der Hochschule für Bildende und Angewandte Kunst in Berlin
(heute Kunsthochschule Weißensee).

Ihr künstlerisches Schaffen konzentrierte sich auf Kinderporträts, Porträtplastiken von Politikern der Kommunistischen Bewegung wie u. a. W. I. Lenin, Karl Liebknecht, Wilhelm Pieck, Walter Ulbricht, Bruno Apitz und Kurt Stern. Der Auftrag zum Thälmann – Denkmal gelang Ruthild Hahne durch den Gewinn der Ausschreibung gegen 182 Konkurrenten, welcher zu ihrem Lebenswerk wurde. Der vorgesehene Standort am Thälmannplatz geriet wegen des Mauerbau ins Speergebiet, sodass eine Aufstellung des Denkmals nicht mehr möglich war. Dieses musste sie 1965 beenden. Mit 75 Jahren hatte Ruthild Hahne ihre erste Personalausstellung als Bildhauerin.

Ruthild Hahne hat ein privates Museum, nahe dem Bürgerpark Berlin – Pankow in der Straße 201 Haus Nr.1 eröffnet, welches heute noch von ihrem Sohn,
Dr. Stefan Hahne weitergeführt wird.


Grablage: Feld 36U-379