Friedpark: Friedhof In den Kisseln
  Gedächtnisstätte
Ehrengrab

Dr. med. Herbert Gustav Otto Kleusberg

geboren am: 20.01.1914
gestorben am: 05.08.1997

 

Mediziner, Kommunalpolitiker, Bezirksbürgermeister
 
Nach dem Besuch der Gemeindeschule absolvierte Kleusberg ab 1933 eine Verwaltungslehre in Eichwalde, die er 1936 abbrach als er zum Wehrdienst eingezogen wurde. 1943 legte K. während der Dienstzeit sein Abitur in Berlin ab und begann ein Medizinstudium.

Nach einer Verwundung wird Kleusberg 1944 aus dem Militärdienst entlassen. Im selben Jahr heiratet er die Malerin Ingeborg Malchert. 1949 promoviert er und arbeitet anschließend an verschiedenen Berliner Krankenhäusern. In seiner fachlichen Entwicklung folgen 1951 die Vollapprobation und 1956 die Anerkennung als Facharzt für Innere Medizin. 1958- 1964 ist er Referent für Lebensmittelhygene im Gesundheitsamt Berlin- Reinickendorf, 1959 als Sportarzt anerkannt, betreut er1960 die deutsche Ruder-Olympiamannschaft und erhält die Befähigung für die Anstellung als Amtsarzt. 1964 wird er stellv. Amtsarzt im Gesundheitsamt Berlin- Schöneberg und Obermedizinalrat.

Der 1945 in die SPD eingetretene Kleusberg ist von 1956-1958 Bürgerdeputierter in der Bezirksverordnetenversammlung von Berlin-Spandau, 1958-1962 Bezirksverordneter und ab 1961-1967 Mitglied des Sportausschusses im Berliner Abgeordnetenhaus. In den Jahren1967- 1979, bis zu seinem Ruhestand, bekleidet er das Amt des Bezirks- bürgermeisters von Spandau. Zu seinen Verdiensten gehört die Entwicklung einer engen Partnerschaft zu der ehemaligen britischen Schutzmacht. Ihm wurde als erster Berliner die Ehrung mit dem Orden „Officier of British Empire“zu teil.

In seine Amtszeit fielen die Durchsetzung des U-Bahn Baus nach Spandau, die Sanierung der Altstadt und deren Umbau in eine Fußgängerzone. Auch der erste große Spandauer Weihnachtsmarkt 1974 geht auf seine Mitwirkung zurück. Der im Alter von 83 Jahren verstorbene Kleusberg hinterließ sein Vermögen der „Dr.Herbert und Ingeborg Kleusberg Stiftung“ bei der Arbeiterwohlfahrt. Nach ihm wurde ein Teil des Uferwanderweges entlang der Havel 2005 benannt. Seine Ehrengrabstätte befindet sich auf dem Bürgermeisterfeld „In den Kisseln“.

Grablage: Bürgermeisterfeld Nr. 29/30