Friedpark: Friedhof Dahlem
  Gedächtnisstätte

ehem. Ehrengrab

Johann Ferdinand Schrey

geboren am: 19.07.1850
gestorben am: 02.10.1938

 

Stenograph
 
Johann Ferdinand Schrey wurde in Eberfeld (preußische Rheinprovinz) geboren, absolvierte eine Lehre zum Bankkaufmann und beschäftigte sich nebenbei intensiv mit seiner Sprachausbildung. Er erhielt daraufhin eine Anstellung als Korrespondent für Englisch und Französisch. Nach dem Krieg zwischen Frankreich und Preußen (1870/71) war er zunächst als kaufmännischer Angestellter, dann als Teilhaber und schließlich als Inhaber einer Knopffabrik tätig. Im Jahre 1885 übernahm Schrey eine Hammond-Schreibmaschinen Agentur und war dann ab 1891, mit einem eigenen großen Schreibmaschinengeschäft, Alleinvertreter dieser Firma. In einer von ihm erstmals gegründete Einrichtung wurden überwiegend Frauen in Maschinenschreiben ausgebildet, die er als Stenotypistinnen bezeichnete.

Das Interesse Ferdinand Schreys galt lange Jahre auch dem Studium und der Weiterentwicklung der Stenografie als Kurzschrift (später Gründung eines stenografischen Verlages). Bereits 1874 hatte er das System Gabelsberger erlernt und versucht, es mit seinen sogenannten „Solinger Thesen“ (1877) zu vervollkommnen. Da dies nicht gelang, entwickelte er gemeinsam mit Dr. Johnen und Dr. Socin sein eigenes vereinfachtes System, welches sich mit Hilfe eines außerdem veröffentlichten Lehrbuches (1887) schnell verbreitete. Nach entsprechenden Verhandlungen mit Vertretern des parallel existierenden Stolze-Systems, kam es dann 1897 zur Vereinigung unter dem Namen System Stolze-Schrey (noch heute führendes System in deutschsprachiger Schweiz). Die in Deutschland 1924 eingeführte Deutsche Einheitskurzschrift gilt als Kompromiss zwischen den Systemen Stolze-Schrey und Gabelsberger .
Zur Erinnerung an Ferdinand Schrey befindet sich in der Ehrenbergstraße 21, Berlin-Steglitz, eine Gedenktafel.

Grabstelle: Feld 007 Nr. 136

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