Friedpark: Friedhof Dahlem
  Gedächtnisstätte
Ehrengrab

Dr. med. Wilhelm Fließ

geboren am: 24.10.1858
gestorben am: 13.10.1928

 

Arzt, Biologe
 
Der in Arnswalde (heute Choszczno, Polen) als Sohn eines jüdischen Getreidehändlers geborene Wilhelm Fließ, studierte an der Berliner Universität Medizin. Nach einer Ausbildung zum Physiologen und seiner Promotion im Jahre 1883, ließ er sich als Hals-und Nasenspezialist in Berlin mit eigener Arztpraxis nieder.
Im Jahre 1887, während einer Forschungsreise durch Europa, die ihn auch an das sehr bekannte Wiener Allgemeine Krankenhaus führte, wurde er mit Sigmund Freud bekannt, der dort mit Vorlesungen beschäftigt war. Zwischen ihnen entwickelten sich in den Folgejahren ein gutes persönliches Verhältnis und ein reger wissenschaftlicher Gedankenaustausch. Von Freud sind dazu fast 300 Briefe aus der Zeit bis 1892 erhalten. Im genannten Jahr entschloss sich Fließ auch zu einem gemeinsamen Forschungsprojekt mit Freud über Neurasthenie und Angstneurosen. Die zunehmend auftretenden fachlichen Differenzen führten letztlich auch zur Zerstörung der persönlichen Freundschaft.
Fließ beschäftigte sich viele Jahre mit den Zusammenhängen zwischen Nase und Genital, bzw. den sogenannten „nasalen Reflexneurosen“, Thematiken, die zur Jahrhundertwende besonders in Mode gekommen waren. Nach Studien zu den Krankheitsverläufen seiner Patienten veröffentlichte er 1906 seine Theorien zum Biorhythmus, eine angebliche zeitliche zusammenhängende Gesetzmäßigkeit zwischen Erkrankung, Gesundung und Todesdatum.
Wilhelm Fließ war Präsident der Deutschen Akademie der Wissenschaften.
Aus seiner Ehe mit Ida Bondy gingen zwei Söhne hervor.
Grabstelle: Feld 001 Nr.62

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