Friedpark: Alter Kirchhof Mahlsdorf
  Gedächtnisstätte
Familie
Hermann & Renate Schrobsdorff

geboren im Jahr: 1839
gestorben im Jahr: 1908

 

Gutsbesitzer
 

Zur Familiengeschichte der Schrobsdorff lässt sich heute nur noch wenig sagen. Jedoch steht fest, ohne sie wäre die Entwicklung des kleinen Dorfes am Rande Berlins zu einem Vorort von Berlin in den 1890er nicht denkbar gewesen.

 

Herrmann Schrobsdorff,  geboren am 3. April 1839, arbeitet ab 1874 als Vorsteher des Gutes Mahlsdorf  und erwirbt es 1880 für seine Familie. Bereits im gleichen Jahr beginnen seine Frau Renate, geboren 1844, und er mit der Umgestaltung des Gutsgartens zu einem großartigen Park. Hermann Schrobsdorff wird 1884 Amtsvorsteher des zehn Jahre zuvor gebildeten Amtsbezirkes Biesdorf, zu diesem gehören auch Kaulsdorf und Mahlsdorf. Bis zu seinem Tode am 5. Mai 1892 war er bemüht eine Anbindung von Mahlsdorf an die königliche Ostbahn, die seit 1867 die Mahlsdorfer Flur ohne Halt durchquert, zu erhalten. Er sah darin die Chance zu einer schnellen und modernen wirtschaftlichen Entwicklung des Ortes.

Seine Frau Renate, eine Nichte des Dichters Friedrich Rückert, führte den Gutshof nach seinem Ableben alleine weiter und ohne ihren Einsatz wäre im Jahr 1885 die Errichtung des Bahnhofs Mahlsdorf nicht möglich gewesen. So stellte sie den Grund und Boden zum Bau sowie die Erde zur Aufschüttung unentgeltlich zur Verfügung, darüber hinaus übernahm sie ein Drittel der Baukosten aus privater Kasse. Das gleiche Engagement legte sie auch in den Bau der Straßenbahn, die nun schon seit 1907 Mahlsdorf und Köpenick miteinander verbindet. Bis zur Eingemeindung, im Zuge der Gebietsreform zu Berlin, im Jahre 1920 war Mahlsdorf eine dörfliche Gemeinde und Köpenick noch eine selbstständige Stadt.

 

Noch zu Lebzeiten ehrt die Gemeinde Mahlsdorf Renate Schrobsdorff im Jahr 1904 mit der Benennung der Schrobsdorffstraße in Mahlsdorf Süd. Am 7. Februar 1908 stirbt sie unerwartet und wird neben ihrem Mann zur Ruhe gebettet.

 

1918 verkauften die Erben das Gutshaus an die Stadt Berlin. In den 1950er Jahren von Charlotte von Mahlsdorf gerettet, beherbergt es heute das Gründerzeitmuseum und gehört im Ensemble mit dem Gutspark zu den schönsten historischen Anlagen im Nordosten Berlins.

 

Die Grabstätte der Familie Schrobsdorff findet der interessierte Besucher direkt neben der Alten Dorfkirche.