Friedpark: Friedhof Schöneberg I
  Gedächtnisstätte
Ehrengrab

Friedrich Wegehaupt

geboren am: 25.08.1904
gestorben am: 23.04.2000

 

Technischer Zeichner, Kommunalpolitiker
 


Friedrich Wegehaupt wird als ein engagierter und unbequemer Mensch beschrieben. Er sei weder mit den Herrschenden im Dritten Reich, noch mit dem SED-Staat zurecht gekommen. Während der Nazi-Zeit verbreitete er Flugblätter, musste dafür ins Gefängnis. Da man ihm nichts nachweisen konnte, war er nach kurzer Zeit wieder auf freiem Fuß.

In der DDR musste der Industrie-Werbefachmann und gelernte Techniker länger im Gefängnis sitzen. 1945 war er Gründungsmitglied der CDU in Dresden und wurde von 1948-1950 aus politischen Anlässen in Haft genommen. Nach Verbüßung seiner Haft floh er nach West-Berlin, um von dort aus weiter gegen das Unrecht zu kämpfen. Friedrich Wegehaupt gründete 1953 den Gesamtverband der Sowjetzonenflüchtlingen, der 1974 in “Bund der Mitteldeutschen“ umbenannt wurde. Der Verband setzte sich für die Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten ein. Bis zu seinem Tode blieb er Vorsitzender des Verbandes, und er war außerdem von 1963-1967 Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses.

Der engagierte Kampf war aber auch nach dem Fall der Mauer noch nicht zu Ende. In dieser Zeit war man für die Bürger da, die während der Zeit unter der Diktatur des Proletariats leiden mussten. Für sein langjähriges ehrenamtliches Wirken in Flüchtlings-und Lastenausgleichsangelegenheiten wurde ihm 1983 die Würde des Stadtältesten verliehen.

Friedrich Wegehaupt verstarb am 23. April 2000 in Berlin. Sein Ehrengrab befindet sich auf dem Friedhof Schöneberg 1.

Grabstelle: Feld 11-282