Friedpark: Friedhof Alt-Schöneberg
  Gedächtnisstätte

Julius Kosleck

geboren am: 01.12.1825
gestorben am: 05.11.1905

 

Musiker, Virtuose
 
Julius Kosleck wurde als Sohn armer Eltern in Naugard/Pommern geboren. Er wurde im Alter von 8 Jahren auf eine Militärschule in Annaburg/Sachsen eingeschult. Er interessierte sich bereits in jungen Jahren für die Militärmusik. Er lernte Trompete spielen. 1843 wurde er erster Trompeter in dem 2. Infanterieregiment in Berlin. Von 1853-1883 war er erster Trompeter in dem königlichen Orchester in Berlin. Von 1872-1903 unterrichtete er Trompete und Kornett an der Berliner Hochschule für Musik. Von 1893 war er dort Professor. Das Kornett war damals ein sehr populäres Instrument, das klanglich zwischen Trompete und Flügelhorn liegt.

Er war in Norddeutschland gut bekannt als ein Oratorium-Trompeter. Sein Hauptinteresse war leichte Musik auf Blechbläserinstrumente zu spielen. Kosleck komponierte altpreussische Parademärsche. Er hatte ein untrügliches Gespür für echte ventillose Trompetenmusik in den Märschen.

Alt Kornettsolist gründete er 1870 ein Kornettquartett und 1871 wurde es das „Kaiser-Kornett-Quartett“. Er reiste mit seiner Musik durch Deutschland, die Schweiz, England, Dänemark, Schweden und Russland. In die USA reiste er 1872 und 1890 gründete er den 100-Mitglieder Kosleck’schen Bläserbund, mit dem er große Popularität gewann. Kosleck war bekannt durch seine Mitwirkung in der historischen Darbietung der Bach-Messe in London am 21.3.1885. Mit seiner Bachtrompete in A war er Wegbereiter in der historischen Aufführungspraxis der Barockmusik. Julius Kosleck war der Autor der bedeutendsten deutschen Blechbläserschule des 19. Jahrhunderts.

Er wurde auf dem Friedhof in Alt Schöneberg in der Hauptstraße beigesetzt.

Grablage: Feld 5