Friedpark: Parkfriedhof Lichterfelde
  Gedächtnisstätte

Dr. Eberhard Faden

geboren am: 01.09.1889
gestorben am: 26.11.1973

 

Studienrat, Historiker, Stadtarchivdirektor
 

Eberhard Faden wurde in Berlin-Moabit geboren. Seine deutsch-nationale Prägung erhielt er von seinem Vater, der als preußischer Beamter (Bibliothekar) im Reichsamt des Inneren
tätig war.
Faden absolvierte seine Schulausbildung am Königlichen Luisengymnasium und nahm im Jahre 1908 an der Friedrich-Wilhelms-Universität sein Studium in Germanistik, Geschichte und Geografie auf. Eberhard Faden war als Student im deutsch-völkischen Studentenverband, im Ostmarkenverein und im Studentenausschuss tätig.

Vom Berliner Stadtarchivar Ernst Kaeber vermittelt, schrieb er seine Dissertation über das Thema „Berlin im Dreißigjährigen Krieg“, womit er 1914 erfolgreich promovierte.
Unmittelbar danach wurde Faden zum Militärdienst eingezogen. Nach seiner schweren Verwundung 1916 vor Verdun und einem langen Lazarettaufenthaltes heiratet Eberhard Faden 1917 Christina Weick.
Im Jahr 1918 konnte er dann das Staatsexamen sowie 1919 die Pädagogische Prüfung ablegen. Bis 1939 unterrichtete er als Studienrat am Schillergymnasium in Berlin-Lichterfelde und betrieb weiterhin seine historischen Studien am Berliner Stadtarchiv. Faden wirkte außerdem in der Landesgeschichtlichen Vereinigung und im Verein für die Geschichte der Mark Brandenburg mit und trat 1926 dem Verein für die Geschichte Berlins bei. Im Zuge der Entwicklung seiner Arbeit wurde Eberhard Faden 1928 an die Prüfstelle für Geschichtsbücher der höheren Lehranstalten Preußens berufen. Diese Gutachtertätigkeit setzte er bis in die 1940er Jahre fort.

Aus Überzeugung trat Faden, der bisher Mitglied der Deutschen Volkspartei war, 1933 in die NSDAP ein. 1936 arbeitete er an der Erstellung einer wissenschaftlichen Festschrift zur
700-Jahrfeier Berlins im Jahr 1937 mit und wurde 1939 nach der Zwangspensionierung von Ernst Kaeber zum Stadtarchivdirektor ernannt. Schwerpunkte seiner Arbeit waren die Unterstützung der Abstammungsforschung, die Kriegschronik der Stadt Berlin sowie der Archivschutz während des Zweiten Weltkriegs, besonders die Evakuierung nahezu aller Archivbestände in den Jahren 1943 und 1944.
Neben seiner Archivtätigkeit unterstützte Faden Ernst von Harnack 1941 bei der Aufstellung einer Gräberkartei.
Mit Ende des Zweiten Weltkrieges endete dann auch seine Archivtätigkeit. In der Zeit von 1950 bis 1955, nach seiner Entnazifizierung, war er wieder im Schuldienst tätig. Eberhard Faden blieb bis zu seinem Tode ein aktives Mitglied in Berliner Geschichtsvereinen.

Grabstelle: nicht mehr vorhanden