Friedpark: Friedhof Steglitz
  Gedächtnisstätte

Dr. Hans Cürlis

geboren am: 16.02.1889
gestorben am: 06.08.1982

 

Regisseur, Filmproduzent, Kunsthistoriker
 


Hans Cürlis, bekannt durch seine Dokumentar und Kulturfilme, an denen er in über 50 Jahren arbeitete, war einer der Wenigen, der in 4 verschiedenen politischen Systemen lebte und tätig war. Er produzierte bzw. führte Regie bei mehr als fünfhundert Filmen. In seinen Dokumentationen bearbeitete er Lehr-, Unterrichts und Kulturfilme. Außerdem beschäftigte er sich mit Ethnographie und historischer Geographie.

Durch sein Lebenswerk „Schaffende Hände“ entstanden einmalige Filmzyklen von über 100 Bildhauern, Kunsthandwerkern, Malern Karikaturisten und sogar Kunstfälschern, wodurch Johannes zum Filmpionier avancierte. In dem von ihm 1919 gegründeten„Institut für Kulturforschung“ verwirklichte er seine Interessen, nämlich über die Hintergründe kulturpolitischer Vorgänge und über das Schaffenswerk bekannter Künstler zu berichten, Immer wieder beschrieb Cürlis auch Landschaften und Städte. In den Ateliers wurden, unter vielen Anderen, das Leben und Wirken von Heinrich Mann, Liebermann, Corinth ,Oppenheimer, Pechstein porträtiert sowie die ersten Scherenschnittfilme von Lotte Reiniger aufgenommen.

Hans Cürlis engagierte sich nach dem ersten Weltkrieg in der Propaganda gegen den Versailler Friedensvertrag. Wärend der Zeit des Nationalsozialismus drehte er Filme mit politischem Inhalt. Nach dem zweiten Weltkrieg war er einer der Mitbegründer der DEFA-Kulturfilmabteilung, wodurch Cürlis ab den 50er Jahren zu den zentralen Personen des deutschen Kulturfilms zählte.

Grabstelle: Abt.DXXI-2 WR F-2