Friedpark: Friedhof Pankow III
  Gedächtnisstätte

Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime
Prof. Dr. Oskar Hauser

geboren am: 29.11.1920
gestorben am: 27.09.2005

 

Hochschullehrer, Prorektor
 
Oskar Hauser kam als zweiter Sohn von Wilhelm und Elsa Hauser in Freiburg auf die Welt. Schon seine Kinder- und Jugendzeit wurde durch das politische Wirken seines Vaters sowie des Bruders geprägt. Während einer schweren Hüftgelenkentzündung lernte Oskar Hauser autodidaktisch für die Schule weiter, dadurch konnte er nach dreijähriger Unterbrechung wieder in seinen Jahrgang zurückkehren und 1939 die Reifeprüfung ablegen.
Kurz nach Kriegsbeginn wurde Hauser noch im gleichen Jahr in Frankreich interniert und kehrte erst 1942 nach Deutschland zurück. Hier erfuhr er von seiner zwischenzeitlichen Ausbürgerung als sogenannter Halbjude und dass er dadurch staatenlos geworden war. Auf Grund von „glücklichen Umständen“ (seine Unterlagen bei der Gestapo wurden durch einen Luftangriff vernichtet) konnte er nach Berlin reisen und fand eine Stelle als Laborant im Forschungsinstitut der AEG. Bei der Arbeit lernte er auch seine zukünftige Frau Irene Leitgeber kennen, die Hochzeit fand 1945 in Berlin Pankow statt.
Hausers politische Widerstandstätigkeit in der Zeit von 1942 - 1945 wurde durch seine Staatenlosigkeit zusätzlich erschwert. Trotzdem führte er politische Gespräche mit den Fremdarbeitern, verteilte Flugblätter und beteiligte sich an der Sabotage bei der Herstellung von Stromgleichrichtern, wodurch weniger Geräte in die Produktion gingen.
Unmittelbar nach Kriegsende trat Oskar Hauser in die KPD ein. Als die Berliner Universität im Januar 1946 wieder eröffnet war, übernahm er im Auftrag der Partei die Leitung der studentischen Arbeitsgemeinschaft und begann selbst ein Physikstudium. Bereits auf der 1. Zentralen Tagung der KPD setzte er sich für die Reformierung des Bildungswesens ein und schlug z.B. die Gründung von Einheitsschulen, die Einführung von Vorstudieneinrichtungen („Vater der Arbeiter-und Bauernfakultät“), den kostenlosen Schulbesuch und Stipendien für besonders Begabte vor. Als Studentenführer nahm er an mehreren Treffen von Studenten aus allen Besatzungszonen teil, was 1949 auch mal zu einer Verhaftung durch die französische Polizei ( wegen Spionageverdacht) geführt hatte. Nach Protestkundgebungen kam er wieder frei. Später wurde Hauser dann Vorsitzender der SED-Studentengruppe.
Von 1955 – 1966 arbeitete Oskar Hauser am Dresdener Zentralinstitut für Kernforschung in verschiedenen Leitungsfunktionen. 1958 promovierte er an der Humboldt-Universität zum Dr. der Naturwissenschaften, habilitierte sich anschließend und wurde 1967 zum Professor für Experimentalphysik der Universität berufen. Bereits ein Jahr später war er dann Forschungsdirektor dieser Bildungseinrichtung sowie in den Jahren 1972-1974 Prorektor für Wissenschaftsentwicklung. Danach arbeitete Oskar Hauser am Institut für Hochschulbildung der Universität und beschäftigte sich mit grundsätzlichen Fragen der mathematisch-naturwissenschaftlichen Hochschulbildung, besonders der Physikausbildung.

Grabstelle: U36 – 142