Friedpark: Parkfriedhof Lichterfelde
  Gedächtnisstätte

Dr. phil. Ernst Kaeber

geboren am: 05.12.1882
gestorben am: 05.07.1961

 

Historiker, Berliner Stadtarchivdirektor
 

Ernst Kaeber wurde als Sohn des Direktors der Charlottenburger Wasserwerke in Berlin geboren. Er besuchte das Gymnasium, studierte Geschichte und promovierte. Kaebers war überzeugt davon, dass jeder Mensch, wenn er sich mit seiner Vergangenheit beschäftigen würde, daraus auch Glauben und Kraft für den alltäglichen Kampf schöpfen könne. Seine Berufung zum Berliner Stadtarchivar erfolgte 1913, doch war es ihm erst nach dem 1. Weltkrieg möglich, sich dieser Aufgabe mit aller Konzentration widmen zu können. Im Zusammenhang mit der Bildung von Groß-Berlin 1920 war es vor allem sein Ziel, das Stadtarchiv zu einem Zentrum der Berliner Geschichtsforschung zu entwickeln. Als Mitglied des Vereins für die Geschichte Berlins gab er die Mitteilungen des Vereins heraus und begründete die Schriftenreihe „Berlinische Bücher“. Ernst Kaeber 1927 und. Außerdem war Kaebel Redakteur des Jahrbuchs des Vereins „Der Bär von Berlin“. Als Abgeordneter der Bezirksversammlung von Berlin-Tiergarten (1921-1933) betätigte er sich auch kommunalpolitisch sehr aktiv.
Der Gedanke, 1937 eine 700-Jahr-Feier Berlins zu veranstalten stammte ebenso von ihm. Dafür zog er als Mitarbeiter den mit ihm befreundeten Historiker Dr. Eberhard Faden hinzu.

Vorzeitig in den Ruhestand versetzt wurde Kaeber dann 1937, da er sich nicht von seiner jüdischen Frau trennen wollte, mit der er seit 1929 verheiratet war. Die Freunde Kaebers verhalfen ihm jedoch in dieser Zeit zu weiterer Arbeit und so entwickelte er sich im Preußischen Geheimen Staatsarchiv zu einem sehr, engagierten und herausragenden Archivar. Nach Ende des II. Weltkrieges wurde seine Zwangspensionierung sofort wieder aufgehoben. Von 1945 bis 1948 wirkte Ernst Kaeber als Stadtarchivar für ganz Berlin. In West-Berlin baute er das heutige Landesarchiv auf und wurde dessen erster Leiter. Als Ernst Kaeber dann im Jahre 1955 verdient in den Ruhestand trat, verlieh ihm Bundespräsident Heuss einige Monate später das Bundesverdienstkreuz.

Grabstelle: ehem. NPt 32 (nicht aufgefunden)