Friedpark: Friedhof In den Kisseln
  Gedächtnisstätte

Erich Lezinsky

geboren am: 26.05.1886
gestorben am: 06.03.1952

 

Zeitungsverleger, Stadtverordneter
 

 

 

Als Sohn eines Försters wurde Erich Lezinsky 1886 in Berlin geboren. Er absolvierte eine Lehre zum Schriftsetzer und begann 1904 in einer Kreuzberger Druckerei zu

arbeiten. Im selben Jahr wurde er Mitglied im Verband deutscher Buchdrucker und in der SPD.

1914-1918 war er Soldat im 1. Weltkrieg. Nach dem Krieg arbeitete er als Redakteur sozialdemokratischer Zeitungen ( u.a. in Landsberg/Warthe ) und ab 1925 beim Spandauer Volksblatt.

1933 wurde er zum Stadtverordneten gewählt und im Juni des selben Jahres, nach dem Verbot der SPD, wurde ihm das Mandat wieder entzogen und eine Tätigkeit als Abgeordneter verboten. Bis Ende des Jahres 1933 war er inhaftiert, erst in Spandau und später im KZ Brandenburg. Nach dem Verbot des „Spandauer Volksblatt“ war die Familie Lezinsky auf die Armenküche angewiesen.

1938 wies man ihm eine Arbeit in einem Rüstungswerk zu und einige Jahre später kam er durch Vermittlung zur Firma Siemens.

Von August bis September 1944 wurde er im Rahmen der „Aktion Gewitter“ im KZ Sachsenhausen inhaftiert. Bis Kriegsende fand er wieder Arbeit bei der Firma Siemens.

Danach wurde er Pressereferent im Bezirksamt Spandau, trat in die wieder gegründete SPD ein und wurde 1947 Stadtverordneter.

1946 erhielt er die Lizenz zur Herausgabe des Spandauer Volksblatts. Nach seinem Tod 1952 verblieb die Herausgabe der Zeitung in den Händen der Familie und ist heute eine Lokalausgabe des auflagenstarken Berliner Anzeigenblattes „Berliner Woche“.

 

                                         Grablage: Abt. 140