Friedpark: Heidefriedhof Tempelhof
  Gedächtnisstätte
Ehrengrab

Alfred Menger

geboren am: 12.10.1901
gestorben am: 31.07.1979

 

Buchhändler, Lokalpolitiker
 
Alfred Menger wurde am 12. Oktober 1901 in Bromberg geboren. Über seine Kindheit ist nichts weiter bekannt. In den 30er-Jahren gründete Alfred Menger eine Leihbücherei in Berlin-Neukölln. Während des 2. Weltkrieges war er Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime. Seine Bücherei war Anlaufpunkt für die Widerstandsgruppe „Roter Stoßtrupp“. Er wirkte bei der Verteilung von Flugblättern gegen die Nationalsozialisten mit. Auch deshalb wurde Alfred Menger wegen Hochverrat angeklagt und zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt.

Nach Kriegsende gründete er die Buchhandlung Menger am Tempelhofer Damm (damals Berliner Straße) neu. Bis Ende der 50er Jahre wurden sowohl Bücher verkauft als auch ausgeliehen. In den 60er Jahren übernahm der Schwiegersohn von Alfred Menger die Buchhandlung. Somit konnte sich Alfred Menger mehr seiner zweiten Leidenschaft, der Politik, widmen. Alfred, unter Freunden Ali genannt, Menger war im Bezirk Tempelhof als Lokalpolitiker aktiv. Er war mehrere Jahre SPD-Fraktionsvorsitzender in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV). Er hatte große Verdienste am Aufbau des Bezirkes Tempelhof. Deshalb wurde ihm im Jahr 1970 das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse verliehen.

Auf Grund seiner langjährigen Verdienste in der Kommunalpolitik und seines unermüdlichen Einsatzes wurde er 1972 vom Berliner Senat und Abgeordnetenhaus als Stadtältester von Berlin ausgezeichnet.

Alfred Menger starb am 31. Juli 1979 in Berlin. Die Buchhandlung Menger existiert heute noch, die ehemalige Mitarbeiterin von Alfred Menger, Helga von Sichart ist die heutige Inhaberin.


Grablage: Feld H I-229