Friedpark: St. Simeon und St. Lukas-Friedhof
  Gedächtnisstätte
Ehrengrab

Lothar Schulz

geboren am: 08.03.1904
gestorben am: 05.11.1976

 

Kaufmann, Kommunalpolitiker (CDU)
 
Lothar Schulz kam in Lauchhammer (Brandenburg) als siebentes Kind des Bildhauers Gustav Schulz auf die Welt. Drei Jahre später errichtete sein Vater in Berlin ein Atelier und die Familie zog nach Berlin-Niederschönbeweide um. Hier besuchte Lothar Schulz die Volksschule und absolvierte eine Kaufmannslehre, die er 1920 wegen guter Leistungen vorzeitig beenden konnte. In den anschließenden Berufsjahren, bis zum 2.Weltkrieg, arbeitete er als Kontorist, Expedient, Buchhalter und Geschäftsführer für verschiedene Firmen. Im Jahre 1931 hatte er auch geheiratet und wurde später Vater eines Sohnes und zweier Töchter.
Nach Kriegsteilnahme und amerikanischer Kriegsgefangenschaft arbeitet Lothar Schulz erst im Ostteil Berlins und ging ab 1951 als Personalsachbearbeiter an das Institut für Organische Chemie der Freien Universität Berlin (West). Dort wurde er dann 1957 Verwaltungsleiter und blieb dies viele Jahre bis zu seinem Ruhestand 1969.

Neben seiner beruflichen Tätigkeit war Lothar Schulz im Laufe seines Lebens in vielfältiger Weise politisch aktiv. Anfangs gehörte er dem Deutschnationalen-Handlungsgehilfen-Verband an, der Angestellten-Organisation des Christlichen Gewerkschaftsbundes. Von 1930-1939 war er Mitglied im Beirat für Wohlfahrts-und Sozialwesen beim Bezirksamt von Berlin-Neukölln und außerdem mehrere Jahre Beisitzer in einem Berliner Arbeitsgericht. An diese ehrenamtliche Tätigkeit knüpfte Schulz später an, indem er ab 1955 Mitglied bzw. Beisitzer des Landessozialgerichtes und der Steuerkammer des Berliner Verwaltungsgerichtes wurde. Schon im Jahre 1946 trat Lothar Schulz in die CDU ein und leitete lange Zeit die Parteiorganisation in Berlin-Neukölln. Von 1960-1963 war er hier auch Bezirksverordneter und ist dann im März 1963 in das Abgeordnetenhaus von Berlin gewählt worden. Später war er dessen Alterspräsident.

Das verdienstvolle politische Wirken von Lothar Schulz wurde am 5.11.1976 mit der Ernennung zum Stadtältesten gewürdigt. Er verstarb jedoch wenige Stunden vor der geplanten Zeremonie.

Grabstelle: L-1-13/14

jae