Friedpark: Christophorus-Friedhof
  Gedächtnisstätte
Opfer des NS-Regimes

Karl Pokern

geboren am: 27.11.1885
gestorben am: 21.06.1933

 

Fleischer
 

Im Juni 2013 jährte sich zum 80sten Mal die sogenannte „Köpenicker Blutwoche“, in der die Köpenicker SA einen Terrorfeldzug von unglaublicher Brutalität gegen Andersdenkende vom Zaune gebrochen hatte. Hunderte von Regimegegnern wurden verfolgt, festgenommen und schwer misshandel. Mehr als 22 Menschen verloren dabei ihr Leben.

Zu den Opfern zählte auch Karl Pokern, von Beruf Fleischer und als begeisterter Wassersportler Mitglied des Arbeitersportvereins. Den Quellen zufolge gehörte er außerdem der Roten Hilfe Deutschlands an und war im Rotfrontkämpferbund,




jae

was ihm den Spitznamen „Roter Karl“ einbrachte.
Der ansonsten aber parteilose Pokern ist am 21.6.1933 aus seiner Wohnung verschleppt worden. Im SA-Sturmlokal in Friedrichshagen sowie auf dem Heuboden des SA-Sturmlokals in der damaligen Elisabethstraße 23 wurde er dann schwer gefoltert und anschließend im Köpenicker Amtsgerichtsgefängnis erschossen. Dieses Gefängnis war von der SA zuvor als ihre zentrale Haft- und Folterstätte beschlagnahmt worden. Heute befindet sich dort eine Gedenkstätte für die Opfer der „Köpenicker Blutwoche Juni 1933“.
Karl Pokern, nach dem 1958 die ehemalige Elisabethstraße benannt worden ist, fand auf dem Christophorus-Friedhof seine Letzte Ruhe. Im Anschluss an den Mord hatte die SA seinen Leichnam zunächst in einen Sack genäht und in die Dahme geworfen.
Grabstelle: Feld OI