Friedpark: St. Laurentius-Friedhof
  Gedächtnisstätte

Heinrich Harry Deierling

geboren am: 06.08.1894
gestorben am: 21.06.1989

 

Künstler, Maler, Bühnenbildner
 

Heinrich Harry Deierling wurde in die Zeit des aufblühenden Expressionismus hineingeboren. Er war eher ein stiller Künstler, der in enger Freundschaft mit Wilhelm Kohlhoff, Bruno Krauskopf und Willy Jaeckel arbeitete. Harry Deierling war Mitglied der Berliner Sezession unter der Leitung von Lovis Corinth.
Die Berliner Sezession war eine organisatorische Abspaltung der Berliner Maler und Bildhauer zum Ende des 19. Jahrhunderts vom bis dahin vorherrschenden akademischen Kunstbetrieb. Da sie „moderne Kunst“ keine Unterstützung von den bestehenden Organisationen zu erwarten hatte, wurde zuerst eine freie, parallel existierende Künstlervereinigung gegründet, die sich in Folge 1910 nochmal aufspaltete und eine neue Gruppe gründete: „Die Neue Sezession“.
Heinrich Harry Deierling nahm seit 1913 an der juryfreien Kunstschau in Berlin und an den Großen Berliner Kunstausstellungen bis 1933 teil.
Nach dem 1. Weltkrieg fand er im Spannungsfeld zwischen Impressionismus und Expressionismus Mitte der 20er Jahre zu einem magisch-idyllischen, dekorativen Stil von kultivierter (menschenleerer) Sinnlichkeit, der eine Mittelstellung zwischen dem Ausdruck des Expressionismus und der neuen Sachlichkeit einnimmt. Mit dem Beginn des Nationalsozialismus wurde seine Kunstrichtung als „entartet“ vernichtet und die Künstler entsprechend eingeschränkt. Der Rest seiner Frühwerke sind bei einem Bombenangriff auf Berlin 1943 zerstört worden.
Leider ist über seinen weiteren Lebensverlauf nach dem 2. Weltkrieg nichts bekannt.

Grabstelle: Abteilung 22