Friedpark: Dorotheenstädtisch-Friedrichwerderscher Friedhof I
  Gedächtnisstätte

Wilhelm Christoph Robert August Schneemelcher

geboren am: 14.06.1872
gestorben am: 20.10.1928

 

Theologe, Pfarrer
 

Als Sohn eines Buchbinders besuchte Wilhelm Schneemelcher das Luisenstädtische Gymnasium in Berlin und legte 1890 seine Abiturprüfung ab. Anschließend begann er mit dem Studium der Theologie an den Universitäten Berlin und Marburg. Schneemelchers wichtigster Lehrer war der Kirchenhistoriker Adolf Harnack , der einen großen Einfluss auf und in seinem weiteren Leben nahm. Im Jahr 1897 promovierte Wilhelm Schneemelcher an der Berliner Theologischen Fakultät und im Oktober 1898 legte er seine erste theologische Prüfung vor dem Königlichen Konsistorium der Kirchenprovinz Brandenburg ab. Um sein Lebensunterhalt zu verdienen, erteilte er Religionsunterricht an einer Mädchenschule. Schneemelchers zweite theologische Prüfung legte er im Jahr 1900 ab. Seine Ordination zum Pfarrer erfolgte 1902 in der Domkirche zu Berlin, wonach er eine Pfarrstelle am großen Friedrichs-Waisenhaus in Berlin-Rummelsburg annahm. Zwischenzeitlich übte Schneemelcher das Amt des stellvertretenden Superintendenten aus. Im Oktober 1917 promovierte Wilhelm Schneemelcher zum zweiten Mal. In den letzten drei Jahren seines Lebens litt er an einer schweren Herzerkrankung, die 1928 zum Tode führte.

Wilhelm Schneemelcher wurde 1902 während der 13. Tagung des Evangelisch-Sozialen Kongresses (ESK) in Dortmund auf Vorschlag Harnacks zum Generalsekretär des ESK gewählt. Bis 1923 übte er dieses Amt aus. In der Zeit seiner Tätigkeit erlebte das ESK eine neue Blütezeit, bedingt durch eine entschiedene sozialpolitische Programmatik. Schneemelcher war Herausgeber der Monatsschrift „Evangelisch-Sozial“, gehörte verschiedenen Vereinigungen an und setzte sich mit dem Christentum in der modernen Arbeiterbewegung auseinander. Außerdem nahm er an der Gründung des „Volksbundes für Freiheit und Vaterland“ teil, dessen Arbeitsbeirat er gemeinsam mit Friedrich Meinecke angehörte.

Grabstelle: CE