Friedpark: Friedhof Baumschulenweg (alter und neuer Teil)
  Gedächtnisstätte
Verfolgter des Naziregimes
Herbert Ansbach

geboren am: 02.03.1913
gestorben am: 31.07.1988

 

Politiker
 
Herbert Ansbach wurde in Tarnowitz/Schlesien (heute Tarnowskie Góry/Polen) geboren und wohnte später in Berlin-Tempelhof bzw. Berlin-Kreuzberg. Wegen Teilnahme an einem Streik ist er 1929 aus einer begonnenen Schuhmacherlehre entlassen worden. Im gleichen Jahr trat er dem Kommunistischen Jugendverband Deutschlands (KJVD) bei. Von 1929-1933 gehörte Ansbach dem Sozialistischen Schülerbund (SSB) an. Seit 1931 war er Mitglied der KPD. Nachdem Ansbach 1931 seine Schulausbildung wieder aufgenommen hatte, war er ab 1932 Leiter des Sozialistischen Schülerbundes (SSB) und auch für die Herausgabe der SSB-Zeitschrift „Der Schulkampf“ verantwortlich. Da er bereits unter besonderer Beobachtung durch die Gestapo stand, übersiedelte Ansbach im Juni 1933 nach Paris. Schon im Spätsommer 1934 wieder in Berlin, setzte Herbert Ansbach seine illegale Widerstandsarbeit fort und wurde Politischer Leiter der KJVD für den Unterbezirk Berlin-Südost. Nachdem er auch Herbert Baum und Werner Steinbrink kennen gelernt hatte, gehörte Ansbach in der Folgezeit zu den führenden Mitgliedern der Baum-Gruppe. Viele illegale Aktivitäten wie z.B.: die Organisation des Drucks verbotener Zeitungen („Rote Fahne“, “Junge Garde“ usw.), Flugblatt- und Malaktionen (Flugzettelbomben), illegale Treffen, Auskundschaftungen, Materialbeschaffung und –verteilung usw. führten dazu, dass auch Ansbach seit 1935 von der Gestapo gesucht wurde. Noch im gleichen Jahr ist er dann in seinem Versteck, dem illegalen Büro der KJVD in Berlin-Neukölln, festgenommen worden. Nach einer U-Haft in Berlin-Moabit wurde Ansbach Ende Oktober 1936 wegen Vorbereitung zum Hochverrat zu 2 ½ Zuchthaus verurteilt. Dabei hatte er noch Glück, dass seine politische Leitungsfunktion nicht bekannt geworden ist.
Wegen einer schweren Herzerkrankung konnte 1937 die Entlassung von Ansbach aus dem Zuchthaus Brandenburg-Görden erreicht werden und er unterzog sich einer Kur. Anschließend kam es zum erneuten Kontakt mit Herbert Baum und weiteren Widerständlern, sodass die Gestapo ihn ab März 1938 wieder als „Flüchtigen Kommunisten“ suchte. Ansbach emigrierte deshalb noch im gleichen Jahr aus Deutschland, lernte dann in England seine Frau Vera Ansbach kennen und ist nach Kriegsausbruch 1939 in Australien interniert worden.
Später kam er wieder zurück nach Deutschland, übernahm Verwaltungsaufgaben im Ostteil bzw. in der DDR, arbeitete im Apparat des ZK der SED sowie im Wirtschafts- und Verlagswesen.

Grabstelle: Neuer Teil, V.d.N., Reihe 1

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