Friedpark: Dorotheenstädtischer Friedhof II
  Gedächtnisstätte

Rudolph Hertzog

geboren am: 15.06.1815
gestorben am: 02.05.1894

 

Kaufmann
 


Der in Berlin geborene Rudolph Hertzog absolvierte eine kaufmännische Lehre in dem damals sehr bekannten Berliner Modehaus 'Jérémie Sy', mit dessen Tochter Rosalie er verheiratet war. 1839 gründete er in der Breiten Straße in Mitte ein Manufakturwarengeschäft mit 155 qm, das zu einer der bekanntesten Adresse für Modewaren und Stoffe in Berlin wurde. Später verkaufte man dort auch Teppiche und Möbel und betrieb erste Formen des Versandhandels.
1867 betrug die Verkaufsfläche bereits 2.290 qm, der Stammsitz der Firma wurde in der Breiten Straße 15 eingerichtet und eine Pferdewagenverbindung bis zum Geschäft angelegt.
Zur Firma gehörte auch ein Haus in Plauen im Vogtland, welches für Einkauf und Veredelung der in- und ausländischen Gardinenfabrikate diente.
Rudolph Hertzog war einer der Ersten, der in Berlin Festpreise einführte und Reklame-Anzeigen drucken ließ. Er gab jährlich eine 'Agenda', ein Jahrbuch mit Kalender und vielen praktischen Informationen für das Leben in Berlin, heraus.
Der Kaufhausbesitzer wurde mit dem Ritterkreuz des Hohenzollernordens und dem Kronenorden ausgezeichnet.
1894 verstarb der Firmengründer während eines Kuraufenthaltes in Karlsbad. Das von seinen Erben weitergeführte Kaufhaus wurde zu einem der größten Berliner Warenhäuser (Brüderstraße/Ecke Breite Straße, Gesamtfläche 24.000 qm).
Die Firma wurde nach Ende des 2. Weltkrieges 1949 auf Befehl der Sowjetischen Militäradministration enteignet. Das unter Denkmalschutz stehende Gebäude diente bis 1990 einem Hochzeitsausstatter und Jugendmodekaufhaus als Domizil.


Das für die Familie erbaute Mausoleum wurde aus unbekannten Gründen nicht genutzt. Die Beisetzung erfolgte auf einfacher Grabstätte, wo außer seiner Frau Rosalie (1817-1898) auch der Sohn und Nachfolger der Firma, Rudolph Hertzog (1852-1898), beigesetzt wurde.

Grabstelle: Lageplan-Nr. 19 und 20