Friedpark: Friedhof Baumschulenweg (alter und neuer Teil)
  Gedächtnisstätte
Verfolgter des Naziregimes

Ludwig Marmulla

geboren am: 06.02.1908
gestorben im Jahr: 1990

 

Transportarbeiter, Gewerkschafter, Journalist
 

Ludwig Marmulla wurde in Gelsenkirchen geboren. 1928 zog es ihn nach Berlin, wo er zunächst als Transportarbeiter in der Glasfabrik Marienhütte in Berlin-Köpenick tätig war. Ludwig Marmulla setzte sich für die Belange der Arbeiter als Jugendsprecher ein, verlor deswegen bereits 1929 seine Arbeit. Während er sich privat mit Besuchen der Volkshochschule (Vorlesungen in Philosophie und Kunstgeschichte) und des Naturkundemuseums (Vorlesungen zur Vererbungstheorie und Naturgeschichte) weiterbildete, arbeitete Ludwig Marmulla ab 1930 bei der Firma C. Lorenz AG als Transportarbeiter. Auch hier wurde er wegen seiner gewerkschaftlichen und politischen Aktivitäten entlassen. Im selben Jahr (1930) trat Ludwig Marmulla in die KPD und in die EVMB (Einheitsverband der Metallarbeiter Berlins) ein. Außerdem organisierte er sich im Erwerbslosenausschuss im Unterbezirk Berlin-Neukölln der KPD, war ab 1931 in diesem stellvertretender Vorsitzender. Nach dem Besuch der Marxistischen Arbeiterschule (MASCH) betätigte sich Ludwig Marmulla als Gewerkschaftslehrer. 1933 wurde er wegen Vertriebs illegaler Literatur kurz inhaftiert. Mit dem Verbot der EVMB durch die Nationalsozialisten, organisierte und leitete Ludwig Marmulla als Sekretär im IV. Bezirk die Illegalität der EVMB, war Instrukteur der KPD in Berlin-Moabit. 1934 erneut verhaftet, wurde er 1934 wegen Vorbereitung zum Hochverrat zu 1 Jahr und 5 Monaten Gefängnis verurteilt. Nach seiner Entlassung gehörte Ludwig Marmulla der Widerstandsgruppe um John Sieg in Berlin-Neukölln an. Über seine Verbindung zur Paul Junius fand er 1936 einen Arbeitsplatz als Schweißer bei dem Rüstungsbetrieb Koch & Krüger, später beim Stahlradiatorenbetrieb. Noch im gleichen Jahr wechselte Ludwig Marmulla zur Firma Otto Peschke. In deren Außenstellen gelang er an Informationen zur Rüstungsproduktion und auch zum V-Waffen-Programm in Peenemünde, gab diese an Paul Junius weiter. 1943 wurde Ludwig Marmulla zur Strafeinheit 999 eingezogen. Auf Rhodos eingesetzt, geriet er im April 1945 in Kriegsgefangenschaft. Auch hier blieb sich Ludwig Marmulla treu und trat als Politischer Leiter der Antifaschisten auf. 1947 kehrte Ludwig Marmulla nach Deutschland zurück, arbeitete in verschiedenen Funktionen in der SED, war journalistisch und ab 1947 in der Presseabteilung des Parteivorstandes tätig. In der Folgezeit wirkte er unter anderem als Abteilungsleiter des ND (Zeitung Neues Deutschland), Auslandskorrespondent und Chefredakteur einer Zeitung.

Grabstelle: Neuer Teil, V.d.N., Reihe 7

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