Friedpark: Friedhof Baumschulenweg (alter und neuer Teil)
  Gedächtnisstätte
Verfolgte des Naziregimes

Charlotte Müller

geboren am: 05.11.1901
gestorben am: 14.03.1989

 

Angestellte
 

In Berlin-Wedding geboren, nahm Charlotte Müller als Frau eine für die damalige Zeit ungewöhnliche Lehre als Klempner in der Klempnerwerkstatt ihres Vaters auf. Leider verstarb ihr Vater 1917. Die Klempnerwerkstatt musste aufgegeben werden und Charlotte Müller arbeitete als Büroangestellte. Sie engagierte sich früh für die Rechte der Arbeiter und wurde wegen ihrer politischen Tätigkeit 1923 entlassen. Über die nächsten Jahre schlug sich Charlotte Müller mit Gelegenheitsarbeiten wie zum Beispiel als Schwimmmeisterin durch. 1928 trat sie in die KPD ein und war im Roten Frauen- und Mädchen-Bund (RFMB) tätig. Mit ihrer illegalen Arbeit gegen das Naziregimes setzte sich Charlotte Müller der Verfolgung aus und emigrierte 1934 zunächst nach Holland, später nach Belgien. Hier wurde sie 1940 von der SS verhaftet und wegen Vorbereitung zum Hochverrat zu 1 Jahr und 3 Monate verurteilt. Nach Strafverbüßung im Frauengefängnis Barnimstraße, verbrachte man Charlotte Müller anschließend bis 1945 in das KZ Ravensbrück. Ihren Erfahrungen im Klempnerhandwerk Rechnung tragend meldete sie sich im Lager zur Klempnerkolonne. Durch ihre Bewegungsfreiheit konnten Charlotte Müller und später noch andere Häftlinge bis zum Kriegsende gefährdeten und kranken Kameradinnen unter Lebensgefahr helfen.

Nach der Befreiung aus dem Konzentrationslager ging sie nach Berlin-Ost zurück und arbeitete in verschiedenen Jobs, unter anderem in Funktionen der Volkspolizei.

Charlotte Müller schrieb ihr Leben und Erfahrungen vom KZ in ein Buch nieder: „Die Klempnerkolonne in Ravensbrück – Erinnerungen des Häflings Nr. 10787





Grabstelle: Neuer Teil, V.d.N., Reihe 1