Friedpark: Friedhof Tegel "Am Fließtal"
  Gedächtnisstätte

Widerstandskämpfer

Kurt Megelin

geboren im Jahr: 1904
gestorben im Jahr: 1979

 

Buchdrucker
 
Kurt Megelin ging nach dem Schulabschluss in die Lehre und wurde Buchdrucker.

1932 wurde die sozialdemokratisch -linkssozialistische Widerstandsgruppe „Roter Stoßtrupp“ gebildet. Die Organisationsleitunglag zu Beginn unter anderen in den Händen von Rudolf Küstermeier, Karl Zinn, Willi Schwarz sowie Kurt Megelin.

Im Mittelpunkt ihrer illegalen Arbeit stand die Herstellung und der Vertrieb der Zeitschrift „Roter Stoßtrupp“, die den gleichen Namen wie die Gruppe trug. Diese Zeitschrift erschien wöchentlich.

Im Jahre 1933 wurde die Politische Polizei des NS-Regime erstmalige auf sie aufmerksam. Nach der Verhaftung von Rudolf Küstermeier und anderen Mitglieder der Widerstandsgruppe war Kurt Megelin alleine für die Organisationsleitungzuständig.
Nach der Aufdeckung der Gruppe im November 1933, wurden Rudolf Küstermeier zu 10 Jahren , Karl Zinn und Willi Schwarz zu je 7 Jahren Zuchthaus vom „Volksgerichtshof“ verurteilt.
Kurt Megelin war ebenfalls unter seinen Decknamen „Lehmann“ angeklagt, aber man ging davon aus, dass er sich ins Ausland abgesetzt hätte. Dadurch war er in der Lage, seine illegale Arbeit bis Ende des 2. Weltkrieges fortzusetzen.

Die Ehefrau von Kurt Megelin , Else Megelin (1905 – 1986), engagierte sich ebenfalls in der „Roten Stoßtruppe“. Später arbeitete Else Megelin im Büro von Bruno Leuschner , dadurch war es ihr möglich, die politische Arbeit an der Seite ihres Mannes geheimzuhalten. Else Megelin gelang es die Zeit der Nationalsozialisten zu überleben , obgleich sie mehrfach festgenommen wurde.

Auf dem Friedhof Tegel „Am Fließtal“ wurde auch Ilse Reichel-Koss (1925-1993) auf der Fläche der Anonymen bestattet. Sie wirkte unter Kurt Megelin, dem Organisationsleiter der Widerstandsgruppe „Roter Stoßtrupp“, in einer antifaschistischen Jugendtruppe der „Freien Scholle“ mit.

Grablage: Abt.2, Reihe 2, Nr. 8