Friedpark: Georgen-Parochial-Friedhof I
  Gedächtnisstätte

Prof. Dr. Karin Hirdina

geboren am: 03.09.1941
gestorben am: 25.09.2009

 

Philosophin, Kulturwissenschaftlerin, Hochschullehrerin

 

Nach dem Abitur studierte Karin Hirdina von 1961 bis 1965 Philosophie, Germanistik und Kulturwissenschaften an der Berliner Humboldt- Universität. Diese Einrichtung wurde ihr wissenschaftliches „Zuhause“. Von 1965 bis 1974 arbeitete sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Institut für Ästhetik. 1974 promovierte sie und 1978 habilitierte sie.

Ihr Forschungsinteresse galt der Geschichte der künstlerischen Avantgarden und der Ästhetik des Alltags. Im Jahr 1990 wurde sie als Professorin für philosophische Ästhetik berufen.
Eine Wiederberufung erfolgte im Jahr 1993, jetzt war es der Lehrstuhl für systematische Ästhetik.
Mit der Emeritierung von Karin Hirdina im September 2006 endete dieser Lehrstuhl.

Karin Hirdina war mit dem bekannten Designtheoretiker und -historiker Heinz Hirdina verheiratet. In den 1970er Jahren war er Chefredakteur der Zeitschrift „form + zweck“, von 1990 bis 2005 lehrte er als Professor für Theorie und Geschichte des Designs an der Kunsthochschule Berlin Weißensee.
Von ihm stammt der Satz: „Heute durchdringen sich Design und Leben wie nie zuvor.“

Zwischen den Forschungsgegenständen beider Ehepartner gab es Überschneidungen.
Karin Hirdina sah z. B. die Funktionalität von Gebäuden und Gegenständen aus ästhetischer Sicht, ihr Mann sah sie im Zusammenhang mit dem Design.

Karin Hirdina hinterlässt ein umfangreiches Lebenswerk. Neben den schon genannten Forschungsrichtungen spielten in ihrem Leben kritische Analysen der DDR-Literatur eine wichtige Rolle.


Sie publizierte als Autorin in den Zeitungen und Zeitschriften „Sonntag“, „Sinn und Form“, den „Weimarer Beiträgen“ und der „neuen deutschen literatur“.
In der Reihe „Schriftsteller der Gegenwart“ schrieb sie das Heft 18 zu Günter de Bruyn.
Dieser publizistischen Arbeit widmete sie sich noch bis zum Jahr 2000.

Karin Hirdina gehörte an der Humboldt-Universität zu einer interessanten Gruppe von Kulturwissenschaftlern. Die Philosophen
Wolfgang Heise und Lothar Kühne gehörten dazu.

Auch nach 1990 meldete sich Karin Hirdina publizistisch zu Wort. Am 17. Mai 1995 las sie öffentlich eine Vorlesung zur Thematik des Lichts in den zwanziger Jahren.

Mit anderen Autoren beteiligte sie sich an verschiedenen Veröffentlichungen.
Genannt sei z.B. das mit Michael Brie 1993 herausgegebene Buch „In memoriam Lothar Kühne. Von der Qual, die staatssozialistische Moderne zu leben.“

Für das Buch „Sibylle Modefotografie aus drei Jahrzehnten DDR“, was von Dorothea Melis 1998 herausgegeben wurde, reflektierte Karin Hirdina bei „Gute Nacht, Ihr Schönen“ über das Frauenbild in den Bildern von Frauen. So wie es z.B. in dieser Modezeitschrift präsentiert wurde.

Zuletzt arbeitete sie mit am „Metzler Lexikon Ästhetik, Kunst, Medien, Design und Alltag“, das von Achim Trebeß 2006 herausgegeben wurde.

Karin Hirdina verstarb kurz nach ihrem
68. Geburtstag.

Grabstelle: B1 – A1 – 5/6