Friedpark: Zentralfriedhof Friedrichsfelde
  Gedächtnisstätte

Verfolgter des Naziregimes

Günter Erxleben

geboren am: 15.04.1909
gestorben am: 29.03.2005

 

Kaufmann, Schmalfilmkopierer
 

Der Berliner Günter Erxleben war Sohn eines Eisenbahners und wohnte 1933 in Berlin-Neukölln. Schon seit 1924, vor Beginn seiner Lehrzeit, gehörte er dem Zentralverband der Angestellten an, wurde 1925 Mitglied des Kommunistischen Jugendverbandes Deutschlands (KJVD) und trat 1930 in die KPD ein. Außerdem hatte er sich dem Roten Stoßtrupp ( RS ) angeschlossen und war Sportler im Arbeitersportverein „Fichte“.
Vor seiner beruflichen Ausbildung absolvierte Günter Erxleben zunächst die Volksschule und dann die sogenannte Aufbauschule (Berlin-Neukölln) für besonders begabte Kinder. Es folgte ein kaufmännische Lehre (1925 – 1928) und bis März 1932 eine Tätigkeit als kaufmännischer Angestellter. Nach längerer Arbeitslosigkeit ließ sich Günter E. 1936 zum Schmalfilmkopierer und –entwickler ausbilden und arbeitete bis 1942 in diesem Beruf.
Sein illegaler Widerstand gegen das NS-Regime begann mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 als Leiter für Agitation und Propaganda sowie Mitglied der Bezirksleitung Berlin-Brandenburg des illegalen KJVD. Unter dem Decknamen „Harry“ war Günter Erxleben auch als Instrukteur des KJVD für mehrere Berliner Stadtbezirke zuständig. Schon wenige Monate später (Okt. 1933) wurde er bei einem geheimen Treffen erstmals verhaftet und Ende Januar 1934 vom Kammergericht Berlin zu 2 1/2 Jahren Gefängnis verurteilt. Die Haft verbüßte Erxleben im Strafgefängnis Berlin-Tegel und im Strafgefangenenlager Oberlangen (Niedersachsen). Seine erneute Festnahme erfolgte dann 1939, wobei er diesmal nach einigen Wochen Haft im Polizeipräsidium wieder frei kam.

Wie viele politisch vorbestrafte Kommunisten, Sozialdemokraten oder Gewerkschafter wurde Günter Erxleben Anfang 1943 für die Strafdivision 999 zwangsrekrutiert und in Griechenland eingesetzt (Saloniki, Athen, Rhodos). Auch hier führte er seinen Widerstand gegen das NS-Regime als Leitungsmitglied einer illegalen Gruppe auf Rhodos fort, bis er Anfang Mai 1945 in britische Kriegsgefangenschaft geriet.
Erxleben kehrte im Februar 1947 nach Berlin zurück, wurde durch die zwischenzeitliche Vereinigung der KPD mit der SPD zum Mitglied der SED und arbeitete zunächst als Sekretär im Bundesvorstand des Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes der DDR. Später war er Redakteur im Verlag „Tribüne“ und dann dessen Verlagsdirektor.

Grabstelle: VdN-Gräberanlage, vorderer Teil, Reihe 21
jae