Friedpark: Zentralfriedhof Friedrichsfelde
  Gedächtnisstätte

Rudolf Albrecht

geboren am: 14.02.1902
gestorben am: 06.02.1971

 

Schlosser, Landwirt, Politiker, Staatssekretär
 

Rudolf Albrecht, ein in Königshütte/Oberschlesien geborener Sohn eines Bergmanns, absolvierte zwar eine Schlosserlehre, ließ sich aber 1933 in Brieselang bei Nauen als Landwirt nieder. Bereits während der Zeit der Weimarer Republik Mitglied der KPD, wurde er nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten aufgrund seiner politischen Betätigungen verhaftet und 1935 vorübergehend in ein Konzentrationslager gesteckt.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges leitete Rudolf Albrecht die KPD-Ortsgruppe Bredow/Osthavelland und war gleichzeitig Vorsitzender der Kreisbodenkommission. Nach deren Gründung im April 1946 trat er der SED bei. Als erster Vorsitzender leitete er zunächst von 1946 bis 1949 den Landesverband der VdgB (Vereinigung der gegenseitigen Bauernhilfe) in Brandenburg. Gleichzeitig nahm er 1946 – nach seiner Wahl in den Landtag Brandenburg – die Funktion des Fraktionsvorsitzenden der VdgB wahr. Im Frühjahr 1948 beschloss die SED den Aufbau der Demokratischen Bauernpartei Deutschlands (DBD) und übertrug Rudolf Albrecht die Verantwortung für dieses Vorhaben. Folgerichtig übernahm er als ihr Mitbegründer dann auch bis 1951 den Vorsitz der DBD und verblieb noch nach seiner Ablösung ein Jahr lang in Vorstand und Sekretariat. Für die DBD zog er 1952 erneut als gewähltes Mitglied in den Landtag Brandenburg ein.

Im brandenburgischen Innenministerium übernahm R. Albrecht im Jahre 1949 die Funktion des Hauptabteilungsleiters für „Personal und Schulung“ und bis 1952 arbeitete er als Staatssekretär im Ministerium für Handel und Versorgung der DDR. Gleichzeitig und ebenfalls in dem Zeitraum 1949 bis 1952 war er Abgeordneter zunächst der Provisorischen, dann der Volkskammer.

Im Zuge der bereits 1950 – nach stalinistischem Vorbild – beginnenden „Säuberungsaktionen“ wurde auch Rudolf Albrecht im Dezember 1952 verhaftet, all seiner Ämter enthoben und inhaftiert. Ende 1953 erfolgte seine Rehabilitierung und er trat erneut der SED bei. Als Regierungsbevollmächtigter der DDR und technischer Sachverständiger des Ministeriums für Maschinenbau wirkte Rudolf Albrecht ab 1954 beim Aufbau von Schwermaschinen im Ausland mit. Im Jahre 1960 ging er in vorzeitigen Ruhestand.

Rudolf Albrecht verstarb mit 69 Jahren.


Grablage: Pergolenweg 4