Friedpark: Friedhof Hermsdorf II
  Gedächtnisstätte
Ehrengrab
Eleonore Schneider

geboren am: 17.05.1907
gestorben am: 17.09.1982

 

Politikerin
 
Eleonore Schneider besuchte das Lyzeum und das Realgymnasium der Ursulinen und schloss ihre Ausbildung mit der Fakultätsreife an der Höheren Handelsschule ab. Danach war sie ein Jahr lang in einem Haushaltungspensionat in Blankenburg tätig.

Frau Schneider arbeitete kurz bei Siemens, zog dann im Anschluss an ihre Heirat 1930 nach Köln, wo ihr Ehemann als Maschinenbauingenieur arbeitete. In Köln wurden auch ihre ersten beiden Kinder geboren. Mit Beginn des NS-Regimes 1933 wurde ihr Ehemann aus politischen Gründen entlassen, was die Familie zwang nach Hamburg überzusiedeln. Hier bekam ihr Ehemann eine neue Stelle als Betriebsingenieur. Nachdem ein weiterer Sohn geboren wurde, verstarb ihr Mann 1937 ganz plötzlich, so dass Eleonore Schneider mit den Kindern nach Berlin zurückkehrte.

Die geringe Witwen- und Waisenrente wegen der wenigen Berufsjahre ihres Mannes zwangen sie in verschiedene Tätigkeiten als Hausverwalterin, Treuhänderin und Buchhalterin, um den Lebensunterhalt der Familie bestreiten zu können.

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs und dem Zusammenbruch des NS-Regimes schloss sich Frau Schneider der Christlich Demokratischen Union an, um sich am Wiederaufbau des politischen Lebens zu beteiligen. So übernahm sie innerhalb ihrer Partei verschiedene Parteiämter und wurde 1950 in die Bezirksverordnetenversammlung von Reinickendorf gewählt. Vier Jahre später wählte man sie zur Abgeordneten im Berliner Landesparlament. In dieser Tätigkeit konzentrierte sie sich besonders auf die Reform des Schulwesens, nahm Einfluss auf die Gestaltung des musischen Unterrichts und widmete sich der Fürsorge für Behinderte und Jugendliche.

Bis 1975 gehörte Frau Schneider dem Abgeordnetenhaus an. Daneben war sie jahrelang im Fraktionsvorstand und im Präsidium ihrer Partei engagiert. Das Amt des stellvertretenden Landesvorsitzenden übte sie achtzehn Jahre lang bis 1973 aus. Weiterhin hatte sie zahlreiche Ehrenämter, so auch als Bürgerdeputierte im Schulausschuss des Bezirks Reinickendorf und im Kuratorium des Lette-Vereins.

Für ihre langjährige parlamentarische Tätigkeit zum Wohle Berlins wurde ihr 1968 das Bundesverdienstkreuz verliehen. Darüber hinaus wurden ihre Verdienste mit der Ernennung zur Stadtältesten zum 2. Dezember 1976 gewürdigt.

Ihre Grabstelle befindet sich in der Abteilung AR.2 Nr. 5.