Friedpark: Friedhof Rahnsdorf-Wilhelmshagen
  Gedächtnisstätte
Ehrengrab


Ferdinand Anton Ludwig Eckhardt

geboren am: 28.04.1902
gestorben am: 25.12.1995

 

Kunstkritiker
 
Aus jeder Zeitepoche gingen Persönlichkeiten hervor, die ein verstärktes Interesse an Kunst und deren Betrachtungsweise zeigten. Die Entwicklung der Kunst historisch gesehen, ihre materielle Bestimmung, aber auch die kulturelle Funktion standen neben dem Schaffensprozess des Künstlers im Vordergrund der menschlichen Wahrnehmung. Ferdinand Eckhard, der österreichisch-kanadische Kunsthistoriker, war einer von ihnen.

Sein Kunstgeschichtsstudium beendete er an der Universität in Wien, so konnte 1927 die Promotion zum Dr. phil. folgen. Zunächst im Benno-Filser-Verlag in Augsburg, wechselte er nach Berlin, um hier für unterschiedliche Zeitungen zu schreiben. In gemeinsamer Arbeit mit Sophie-Carmen Gramatté, einer Musikerin und Komponistin, entstand das graphische Werk über Walter Gramatté, dessen Witwe sie war. Dem Maler zu Ehren bildete eine Gedächtnisausstellung den Höhepunkt. Über die berufliche Zusammenkunft hinaus ehelichte er 1934 die Gramatté-Witwe.

Innerhalb der Bayernwerke für die Vermarktung von Aspirin zuständig, wurde auch er 1939 zur Wehrmacht einberufen. Als Leiter der Abteilung für Unterricht bei den staatlichen Kunstsammlungen in Wien setzte er mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges sein Berufsleben fort. Mitbegründet und von ihm geleitet, machte er sich um die österreichisch-amerikanische Gesellschaft verdient. Erneut setzte er Studien in England und den USA fort, um sich 1953 in Kanada (Winnipeg) weiteren Herausforderungen als Direktor der Winnipeg Art Gallery zu stellen. Eine große Vielzahl von Kunstausstellungen (etwa 650), übertroffen vom Höhepunkt der Eröffnung einer neuen Kunstgalerie durch Princess Margaret 1971, setzte er seinem Schaffen einen eigenen Akzent.

Beruflich abgerundet trat er in seinen Ruhestand, welcher 1974 mit dem Verlust seiner Frau einherging. Von einem noch ungehemmten Engagement gehalten, begründete er die 'Eckhard-Gramatté-Foundation'. Angelehnt an die Erinnerung an seine Frau „Sonia“ Eckhardt-Gramatté, widmete er ihrem musikalischen Werk 1976 einen Wettbewerb, den 'Eckhard-Gramatté-National Music Competition'. Nochmals publizierte er ein Jahr später Sonia Eckhardt-Gramattés Memoiren mit dem Titel 'Music from within'.

Man wählte für seine Bestattung das Grab neben seiner Frau Sonia und dem expressionistischen Künstler Walter Gramatté.

Grablage: Abteilung C, Reihe 9