Friedpark: St. Pius-Friedhof
  Gedächtnisstätte

Georg Tyllack

geboren am: 07.02.1911
gestorben am: 28.08.1975

 

Bildhauer, Holzbildhauer
 
Georg Tyllack war als freischaffender Bildhauer zu seiner Zeit gerade auch als Holzbildhauer besonders in Berlin und Nordostdeutschland bekannt. Ab Ende der 1940er Jahre bis in die 60er Jahre machte er sich einen Namen als Meister der Kirchenplastik. In dieser Zeit entstanden von seiner Hand viele Holzkunstwerke im kirchlichen Raum von Berlin bis an die Ostseeküste.
Arbeiten in Berlin wurden u. a. für das St. Joseph-Krankenhaus und die St. Joseph-Kirche in Weißensee sowie in Biesdorf für das Exerzitienhaus ausgeführt. Durch zwischenzeitliche Umbauten stehen einige Arbeiten in Berlin nicht mehr an ihrem Platz bzw. ist die Gesamtgestaltung Tyllacks verloren gegangen. Außerhalb von Berlin sind seine Werke in Sellin (Rügen), Zinnowitz (St. Otto), Heringsdorf (Stella Maris), Anklam, Gransee, Hoppenwalde und Müncheberg anzumerken.
Daneben entstanden ebenso zahlreiche Arbeiten für den öffentlichen Raum, z. B. die große Reliefwand in der Berliner Handwerkskammer sowie Arbeiten für Gaststätten, Hotels, Betriebe und auch Kinderspielplätze.
Weiterhin schuf Georg Tyllack viele Porträts in Ton, Gips sowie Bronze und war einer der wenigen Bildhauer in Norddeutschland, die gute Porträts auch in Holz schnitzen konnten. Viele Arbeiten entstanden auch für Privatpersonen: individuell gestaltete Plastiken, Reliefs, Ornamentik, sowohl für den Innen- wie auch den Außenbereich.

Ebenso widmete sich Georg Tyllack der Restaurierung von altem Kulturgut aus Holz, darunter die Ergänzung von Kirchenfiguren und Ornamenten. Erwähnenswert ist hier ein Großauftrag für das Ermelerhaus auf der Fischerinsel nach dessen Umsetzung.
In der Gestaltung von Holzgrabmalen entwickelte er völlig neue Formen und schuf auf diese Weise repräsentative holzbildhauerische Arbeiten, die noch vereinzelt auf den Friedhöfen stehen, darunter das Grabmal für den päpstlichen Hausprälaten Josef Baron rechts neben der Kapelle des St. Pius-Friedhofs.

Georg Tyllack wuchs in Lichtenberg auf, absolvierte seine Ausbildung zum Holzbildhauermeister vor dem 2. Weltkrieg und besuchte die Kunstschule in Berlin-Charlottenburg. Nach Kriegsende begann er seine freiberufliche künstlerische Arbeit und wurde Mitglied im Verband Bildender Künstler. Anfang der 1950er Jahre baute er in Lichtenberg in der Hubertusstraße sein Atelier und seine Werkstatt auf, wo er bis zu seinem doch frühen Tode tätig war. Von seinem Sohn Norbert wird die Werkstatt – natürlich mit anderen Aufträgen und Konzepten - weitergeführt. Neben seiner künstlerischen Tätigkeit war Georg Tyllack auch auf kunsthandwerklichem Gebiet aktiv, so als Obermeister der Holzbildhauer in Berlin und als Ausbilder für den holzbildhauerischen Nachwuchs.

Die Grabstelle befindet sich auf Feld 3, rechts neben dem Hauptweg vor der Kapelle.