Friedpark: Zentralfriedhof Friedrichsfelde
  Gedächtnisstätte

Verfolgter des Naziregimes

Georg Henke

geboren am: 09.04.1908
gestorben am: 08.12.1986

 

Industriekaufmann, Diplomat
 


Der in Berlin geborene Georg Henke besuchte die Volksschule und das Realgymnasium, bevor er sich von 1924-1927 zum Exportkaufmann ausbilden ließ. Anschließend war er fast sechs Jahre in seinem Beruf tätig, bis er 1933 arbeitslos wurde.
Bereits zu Beginn seiner Berufstätigkeit trat G. Henke in den Zentralverband der Angestellten ein. Im April 1931 wurde er Mitglied der KPD und betätigte sich als Lehrer und Leiter der Arbeitsgemeinschaft Ökonomie an der Marxistischen Arbeiterschule. Nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten schloss sich Henke dem illegalen Widerstand an und war Kontaktperson der verbotenen KPD für den Unterbezirk Berlin-Moabit. In den Jahren 1934/35 arbeitete er für die illegale Bezirksleitung Berlin und den illegalen Pressedienst der Partei. Auch seine Ehefrau Edit war als Mitglied der Gruppe „Fichte 71“ seit 1934 im Widerstand gegen die Nationalsozialisten aktiv.
Im Mai 1935 folgte dann die Emigration in die ČSR und danach eine mehrjährige Weiterbildung an der Internationalen Lenin-Schule in Moskau. Ab März 1938 schloss sich Henke dem Kampf der Internationalen Brigaden in Spanien an. Von dort zurückgekehrt, lebte er ab 1939 illegal in Schweden und engagierte sich bei der KPD-Auslandsleitung als Instrukteur für Berlin. In dieser Funktion reiste er mehrfach illegal nach Deutschland zu verschiedenen Kontaktaufnahmen in Magdeburg und Berlin. Darüber hinaus betätigte er sich auch als Autor von Artikeln für die Komintern-Zeitschrift „Die Welt“ und war später Mitarbeiter der Zeitschrift „Politische Information“.
Ab 1946 wieder in der Heimat, arbeitete Georg Henke zunächst beim ZK der KPD und wurde noch im selben Jahr Chefredakteur der Zeitschrift „Die Wirtschaft“ (1946-50). Die folgenden fünf Jahre stand er an der Seite des Vertreters der DDR im Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe in Moskau als dessen Stellvertreter. Wiederum fünf Jahre war G. Henke Mitglied der Staatlichen Plankommission der DDR. Die letzte vier Jahre seines Berufslebens vertat er bis 1972 sein Land als Botschafter in Nordkorea.

Grabstelle: VdN-Gräberanlage, vorderer Teil, Reihe 21
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