Friedpark: Zentralfriedhof Friedrichsfelde
  Gedächtnisstätte
Gedenkstätte der Sozialisten

Hermann Müller-Franken

geboren am: 18.05.1876
gestorben am: 10.12.1931

 

Politiker, Reichskanzler
 
Hermann ist der Sohn des Schaumweinfabrikanten Georg Jacob Müller, der 1888 die Leitung der Sektkellerei Bussard übernimmt, was den Umzug der Familie nach Niederlößnitz bei Dresden erfordert. Durch den frühen Tod des Vaters musste Hermann das Abitur abbrechen. Stattdessen arbeitete er – nach Abschluss einer kaufmännischen Lehre in Frankfurt am Main – als Handlungsgehilfe in Frankfurt und Breslau und begann, sich für deren gewerkschaftliche Organisation zu engagieren. Seinen Lebensunterhalt verdiente er nun als freier Mitarbeiter und Redakteur bei diversen Zeitungen.

Hermanns erste Ehefrau Frieda Tockus starb nach nur drei Jahren Ehe 1905 – im Jahr der Geburt ihrer gemeinsamen Tochter Annemarie. Aus der zweiten Ehe mit Gottliebe Jaeger stammt Tochter Erika, die spätere Sekretärin Rudolf Breitscheids.

Als Stadtverordneter von Görlitz war er gleichzeitig in leitender Funktion in der SPD tätig. Durch Fürsprache August Bebels wurde Hermann Müller als Parteisekretär in den Vorstand gewählt.

Seine turbulente politische Karriere führte Hermann Müller vom Mitglied des Reichstages über Vorsitzenden des Vollzugsrates während der Novemberrevolution 1918 bis hin zum zweimaligen Reichspräsidenten. Ab 1920 nannte er sich zur Unterscheidung gleichnamiger Abgeordneter Müller-Franken. Im gleichen Jahr unterzeichnete er in seiner Funktion als Minister für Auswärtiges den Versailler Vertrag.

Das zähe Ringen um Ergebnisse sowohl innen- als auch außenpolitisch und die dabei unweigerlich immer wieder hinzunehmenden Rückschläge schwächten den ohnehin chronisch Kranken gesundheitlich sehr. Nach einer Notoperation wieder im Amt, galt es den plötzlichen Tod Gustav Stresemanns sowohl seelisch als auch arbeitsmäßig zu kompensieren. Nachdem außenpolitisch mit der Billigung des Young-Planes durch den Reichstag ein Erfolg errungen werden konnte, scheiterte die Große Koalition an innenpolitischen Auseinandersetzungen. Mit Hermann Müller-Franken trat im März 1930 der letzte sozialdemokratische Reichskanzler der Weimarer Republik zurück.

Grablage: Ringmauer