Friedpark: Friedhof Hermsdorf II
  Gedächtnisstätte

Friedrich Max Kircheisen

geboren am: 23.06.1877
gestorben am: 12.02.1933

 

Schriftsteller, Literaturhistoriker
 
Friedrich Kircheisen gehört zu den wenigen bedeutenden Geschichtsforschern, dessen Name weit über die preußische Metropole hinaus bekannt geworden ist.

Kircheisen wächst in Chemnitz als Sohn eines Fabrikanten auf. Nach dem Realschulabschluss, einem Praktikum in einer Maschinenfabrik und dem obligaten Militärdienst als „Einjähriger“ geht er auf die Königlich Höhere Gewerbeschule in seiner Heimatstadt zur Ausbildung als Maschinen-Ingenieur. Damit folgt er dem Wunsch der Familie, wegen des früh verstorbenen Vaters den Betrieb bald zu übernehmen.

Doch seine in der Jugend entwickelte eigene Neigung setzt sich durch und Kircheisen wechselt zu den Geisteswissenschaften. An der Universität Leipzig beginnt er ab 1898 Geschichte, Literatur und Geographie zu studieren, ermöglicht durch ein Gutachten, da der notwendige höhere Schulabschluss nicht vorliegt. Sein Interesse konzentriert sich zunehmend auf Geschichte mit dem Schwerpunkt auf Napoleon, wobei eine erste Arbeit hierüber bereits vor dem Verlassen der Universität veröffentlicht wird. Er schließt allerdings nicht mit einem Examen ab und zieht seine eingereichte Dissertation wieder zurück.

Im Alter von 26 Jahren siedelt Kircheisen nach Genf über, da er bereits von seinen Veröffentlichungen leben kann. Im Jahre 1908 publiziert er u. a. eine „Bibliographie des Napoleonischen Zeitalters, einschließlich der Vereinigten Staaten von Nordamerika“, ein Werk, das ihren wissenschaftlichen Wert bis heute beibehalten hat. Der erste Band von Kircheisens Hauptwerk „Napoleon I. Sein Leben und seine Zeit“ erscheint drei Jahre später als umfassende Lebensgeschichte Napoleons. Bis 1934 folgen weiter acht Bände.

Mit Beginn des Ersten Weltkriegs arbeitet Kircheisen beim deutschen Auswärtigen Amt in der Schweiz. Im Jahre 1916 wird er Referent beim Preußischen Kriegsministerium in Berlin und beschäftigt sich dort mit einer Geschichte des militärischen Nachrichtenwesens, die allerdings über Vorarbeiten nicht hinausgelangt.

Kircheisen bleibt nun dauernd in Berlin ansässig - mit Aufenthalten auf Rügen - und wohnt ab 1926 in Hermsdorf, wo er neben kleineren Arbeiten zu diesem Thema sein Werk über Napoleon zu Ende führt.
Im 66. Lebensjahr stirbt Kircheisen in Berlin.

Seine Grabstelle befindet sich in der Abteilung 10, Reihe 2.