Friedpark: Friedhof der Heiligen Konstantin und Helena Kirche
  Gedächtnisstätte

Irina Pabst

geboren am: 02.12.1928
gestorben am: 01.05.2004

 

Schauspielerin, Modedesignerin, AIDS-Aktivistin
 


Irina Pabst hat sich im Kampf gegen AIDS einen Namen gemacht und die alljährliche Aids-Gala, als deren Seele sie gilt, in der Deutschen Oper organisiert. Als 'Grande Dame der Berliner Gesellschaft“ hat sie sich für die Belange der Aids-Kranken eingesetzt und diese auch am Krankenbett besucht. Zu einem von ihnen entwickelte sie eine besondere Freundschaft und holte diesen in seinen letzten Lebenstagen zu sich nach Hause, wo sie für ihn kochte und ihn pflegte.

Ihr Vater, der weißgardistische Oberst Franz von Udinzeff, floh aus Sibirien vor den Kommunisten zu Fuß nach Berlin, wo Irina geboren wurde. Das Emigrantenmilieu hat sie ihr Leben lang geprägt.
Nach einem Sprachstudium an der Humboldt-Universität besuchte sie eine Schauspielschule und debütierte am Schlossparktheater. Bernhard Wicki und O. E. Hasse waren bereits auf sie aufmerksam geworden. Sie war eine junge, schöne Frau, die eine große Karriere vor sich hatte. Zwischen 1952 und 1956 spielte sie in einigen deutschen Filmen mit, darunter ihr bekanntester „Die Spur führt nach Berlin“.
1955 begegnete sie Pierre Pabst (späterer Leiter des Zentrallektorats beim Axel-Springer-Verlag), den sie nach drei Wochen heiratete. Die „Küche“ wurde jetzt ihre Bühne mit dem Ende einer vielversprechenden Karriere und dem Beginn einer bedingungslosen Liebe, die bis zum Tode ihres Mannes 21 Jahre lang währte – und darüber hinaus.

An Gesellschaft hat es ihr nicht gefehlt; sie traf auch in 'ihrer Küche' die großen Namen ihrer Zeit.
Irina Pabsts soziales Engagement wurde mit dem Bundesverdienstkreuz gewürdigt. Von der Boulevardzeitung B.Z. erhält sie 2001 deren Kulturpreis, den „Berliner Bär“.

Morgens, am 1. Mai, findet man die im 75. Lebensjahr stehende Irina Pabst leblos in ihrer Villa in Dahlem. Die Polizei geht von einer Selbsttötung aus.

Selbstzitat: „Die russische Seele hat eine so titanische Kraft, um jede Handlung auszuschöpfen, bis an die äußersten Grenzen.'
„Sie war ein Mensch mit großem Herzen“ (Wowereit bei der Trauerfeier)

Ihr Grab befindet sich in der Abteilung links vor der Kapelle neben dem Grab ihres Mannes, der bereits 1976 verstarb.