Friedpark: Jerusalems- und Neue Kirche, Friedhof III
  Gedächtnisstätte

Prof. Dr. med. Curt Adam

geboren am: 11.05.1875
gestorben am: 09.01.1941

 

Mediziner
 

Adams einflussreiche Ämter neben dem Direktorat im Kaiserin-Friedrich-Haus waren u.a. Generalsekretär des Zentralkomitees und Reichsausschusses für das ärztliche Fortbildungswesen, Generalsekretär des Reichsausschusses für hygienische Volksbelehrung, Mitglied des Land- und Reichs-Gesundheits-Rates, Vorstandsmitglied zahlreicher wissenschaftlicher, ärztlicher und sozialer Vereine.

Große Beachtung fanden auch seine Publikationen, wie „Die ophtal-moskopische Diagnostik“ und „Die Augenverletzungen im Kriege“ sowie die von ihm herausgegebenen zahlreichen wissenschaftlichen Werke und Beiträge.

Der jährlich von der Kongressgesellschaft für ärztliche Fortbildung gestiftete Curt-Adam-Preis erinnert noch heute an den hervorragenden Augenarzt und Professor mit internationalem Ruf.
Nach Luisenstädtischem Gymnasium und Medizinstudium in Marburg und Berlin mit Promotion 1903 begann Adam als Assistent an der Berliner Universitätsaugenklinik und ließ sich nach seiner Habilitation 1910 als Privatdozent nieder. In seiner Tiergartener Wohnung richtete er eine Augenarztpraxis ein, die er über Jahrzehnte unterhielt.

1913 übernahm Adam die Geschäftsführung der Kaiserin-Friedrich-Stiftung und damit die Leitung des Kaiserin-Friedrich-Hauses am Robert-Koch-Platz, das als Zentrum des ärztlichen Fortbildungswesens auch über Deutschlands Grenzen hinaus wirkte. Dieses einflussreiche, mit zahlreichen gewichtigen Funktionen verbundene Amt hatte er 28 Jahre inne und führte es mit maßgeblichem Einfluss auf die Entwicklung des Gesundheitswesen in Deutschland.

Grablage: Abt: 4/1

Aus dem Willen der deutschen Ärzteschaft zu ihrer berufsbegleitenden Fortbildung und entsprechend einem kaiserlichen Dekret von 1903 zur Errichtung eines eigens dafür bestimmten Hauses, das den Namen der zwei Jahre zuvor verstorbenen Mutter Kaiser Wilhelms II. tragen sollte, wurde 1906 das Kaiserin-Friedrich-Haus in der Nähe der Charité am Robert-Koch-Platz Nr. 7 nach nur zweijähriger Bauzeit in Anwesenheit des Kaisers eröffnet. Der neobarocke Entwurf mit großzügigen Hör- und Kurssälen stammt vom Geheimen Oberhofbaurat und Hofarchitekten Ernst von Ihne.

Das Gebäude ist seither Stammhaus der Kaiserin-Friedrich-Stiftung, die für die Entwicklung einer umfassenden und wissenschaftlichen Fortbildung der Ärzte nicht nur in Deutschland eine maßgebliche Rolle spielte. Seit 1949 wurde es bis zur Rückkehr der Stiftung 1992 von der Akademie der Künste genutzt.