Friedpark: Zentralfriedhof Friedrichsfelde
  Gedächtnisstätte

Werner (u. Klara) Böhnke

geboren am: 10.05.1911
gestorben am: 13.08.1995

 

Schriftsetzer
 
Der in Berlin geborene Werner Böhnke wohnte im Arbeiterbezirk Bln.- Wedding, Freienwalder Straße 30. Mit 20 Jahren wurde er Mitglied der KPD und engagierte sich außerdem in der Roten Hilfe Deutschlands. Er besuchte die Marxistisch Arbeiterschule und wurde Ende 1931 (od. Anfang 1932)Leiter einer Straßenzelle der KPD. Ab Mitte 1932 war er verantwortlich für Schulungen von KPD-Mitgliedern.
Werner Böhnke war verheiratet. Wann er seine Frau Klara, die aus Görlitz stammte und später in Bln.-Pankow wohnte, kennengelernt hat und heiratete ist nicht bekannt.
Auch> Klara Böhnke, geboren am 28.08.1806 und später als kaufmännische Angestellte tätig, war seit 1930 Mitglied der KPD. Sie hatte sich außerdem der (RGO) angeschlossen und betätigt sich im Arbeitersportverein „Fichte“.
Nach dem Machtantritt der Nationalsozialisten schlossen sich beide der illegalen Widerstandsbewegung an.
Werner Böhnke betätigte sich als Kurier zwischen der KPD Bezirksleitung Berlin-Brandenburg und dem Unterbezirk Bln.- Gesundbrunnen. Schon im Mai 1933 wurde er verhaftet und kam für über ein Jahr in das Untersuchungsgefängnis Bln.-Moabit. Die Anklage erfolgte Anfang August 1934. Das Urteil lautete 2 Jahre Zuchthaus.
Zwischen 1933-1935 kam auch Klara für insgesamt 8 Monate in Schutz- und Untersuchungshaft u. a. im Frauengefängnis in Bln.- Friedrichshain und ebenfall in Bln.-Moabit.
Nach dieser Zeit setzte das Ehepaar Böhnke seine illegale Widerstandarbeit fort und schloss sich einer Gruppe um Max Niemand und Rudolf Eichler in Bln.- Pankow an. Hier waren sie z.B. beteiligt an der Verteilung von illegalen Materialien, übten Kuriertätigkeiten aus und halfen Flüchtlingen und Zwangarbeitern.
1940 wurde Werner Böhnke zur Wehrmacht eingezogen. Im Juli 1944 konnte er dann in Belorussland zur Roten Armee überlaufen, wurde Mitglied eines antifaschistischen Lageraktivs, besuchte die Antifaschule und war danach als Frontbeauftragter des NKFD eingesetzt. Später arbeitete Böhnke als Kundschafter der Roten Armee und ließ sich (Februar/März) 1945 mit dem Fallschirm über der Schorfheide bei Berlin absetzen. Er erreichte die Stadt und berichtete bis Kriegsende per Funk aus einem Keller in Berlin- Köpenick über die aktuelle Lage. Nach dem Krieg nahm Werner Böhnke eine Tätigkeit in der Deutschen Zentralverwaltung für Arbeit und Sozialfürsorge auf und war von 1953-1959 Kulturattaché der DDR in der Moskauer Botschaft.

Grabstelle: VdN-Gräberanlage, hinterer Teil, Reihe 7

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