Friedpark: St. Hedwig-Friedhof I
  Gedächtnisstätte

Therese Renz

geboren am: 10.04.1859
gestorben am: 26.09.1938

 

Kunstreiterin
 



Therese Renz, geb. Stark, erblickte in Brüssel in einer Zirkusfamilie das Licht der Welt. Sie begann im väterlichen Zirkus als Parforce-Reiterin. Durch die Heirat 1882 mit Robert Renz kam sie in den Zirkus Renz, welcher von dem Onkel ihres Gatten gegründet und geleitet wurde. Therese trat neben ihrer Schwägerin Ernestine als Kunstreiterin auf. Beide lieferten sich zum Vergnügen der Besucher oft kleine Konkurrenzduelle auf den Pferden.

Der Zirkusdirektor und Artist Ernst Jacob Renz starb 1892 in Berlin, seine Frau vier Jahre später. Trotz Weltrufs konnte der Sohn Franz das Unternehmen nicht halten. 1897 hörte der Zirkus Renz auf zu existieren. Im gleichen Jahr starb auch Thereses Gatte Robert. Der Enkel Franz gründete zwar einen neuen Zirkus Renz, musste ihn aber 1899 wieder schließen.

Die „weiße Dame“ auf dem Pferd, wie Therese Renz genannt wurde, gab bis ins hohe Alter viele Gastspiele, so zum Beispiel im Appollo-Haus und im Zirkus Sarrasani als Schulreiterin mit englischen Vollblütern. Man konnte sie noch 70jährig mit ihren Darbietungen im Wintergarten bewundern.

Als Therese Renz starb, trug man sie wie eine Königin zu Grabe. Ihrem Sarg folgten viele Künstler in bunten Gewändern, Musikchöre und in Berlin ansässige Zirkusunternehmen. Alle wollten sie auf ihrem letzten Weg begleiten. Sie wurde auf dem St. Hedwig-Friedhof I (Alter Domfriedhof) neben ihrem Ehemann Robert beigesetzt. Grabstätte: Lageplan-Nr. 6.