Friedpark: Jerusalems- und Neue Kirche, Friedhof I
  Gedächtnisstätte
Ehrengrab

Hermann Blankenstein

geboren am: 10.01.1829
gestorben am: 06.03.1910

 

Architekt, Stadtbaurat
 

Der Sohn des Wasserbauinspektors Johann Georg Blankenstein (1793-1860) besuchte erst eine Privatschule in Eberswalde, dann das Königliche Friedrich Wilhelm Gymnasium in Berlin und schlug dann unter väterlichem Einfluss die Baulaufbahn ein. Nach Feldmesserausbildung und Militärdienst studierte er an der Königlichen Bauakademie in Mitte. Es folgten erfolgreiche Prüfungen als Bauführer, später auch als Landbaumeister und dann als Wasser-, Wege- und Eisenbahnbaumeister nebst ersten beruflichen Erfahrungen in Stettin und Stargard.

1865 zog er auf Empfehlung von Johann Heinrich Friedrich Adler, damals ein einflussreicher Berliner Baumeister und sein Lehrer an der Bauakademie, wieder nach Berlin.
Zuerst war Blankenstein bei der Ministerialbaudeputation und als Lehrer an der Bauakademie, dann als Stadtrat für Hochbau tätig.
Bis zu seinem Tod war er Mitglied der Akademie für Bauwesen. Er entwarf und baute zahlreiche Schulen, Krankenhäuser, Markthallen, Feuerwachen, Volksbadeanstalten und Straßenreinigungsdepots sowie andere öffentliche oder kirchliche Gebäude. Viele davon prägen durch ihre abwechslungsreiche Gestaltung mit roten und gelben Klinkern und aufwendiger Ornamentik in teils farbigen Formsteinen - dem Markenzeichen fast aller seiner Bauten - auch heute noch das Bild vieler Kieze in Berlin.

Andere - nicht nur für das Berlin seiner Zeit - wichtige Gebäudeensembles sind heute leider nicht mehr oder nur noch fragmentarisch zu bewundern.

Als Blankenstein 1896 nach intensivem Arbeitsleben in den Ruhestand trat, dankte ihm die Stadt mit der Verleihung des Ehrentitels „Ältester der Stadt“. Sein Wirken bestimmte für ein Vierteljahrhundert das Gesicht der werdenden Kaisermetropole im „Stil preußischer Nüchternheit“ und hatte großen Einfluss auf die Backsteinarchitektur im Geist der Schinkel-Schule. Mit Blankenstein verabschiedete sich die Stadt dann auch endgültig von diesem Baustil und damit von Schinkels Bautradition.

Die Hermann-Blankenstein-Straße im Entwicklungsgebiet Alter Schlachthof (Friedrichshain) und der Blankensteinweg in Spandau sowie eine Gedenktafel in der Prenzlauer Allee 75 in Pankow erinnern an ihn.

Grablage: Abt. 2/2