Friedpark: St. Hedwig-Friedhof I
  Gedächtnisstätte

Prof. Josef Limburg

geboren am: 10.07.1874
gestorben am: 20.12.1955

 

Bildhauer und Maler
 
Rompreisträger
Ritter vom Goldenen Sporn (Vatikan-Ehrung, die z. B. Gluck und Mozart verliehen wurde)

Manche Künstler und ihre Werke müssen ein, gar zwei Jahrhunderte abseits des öffentlichen Interesses bleiben, um eines Tages, scheinbar unergründlich, genauso wie sie in Vergessenheit geraten sind, wiederentdeckt zu werden. Dann sind sie plötzlich von Kunstsammlern und Galeristen begehrt, vom Publikum belagert und wieder in Museen ausgestellt. Berlin war im Vergleich zu Paris zu seiner bildgestalterischen Zunft der Maler, Bildhauer und Architekten nie gütig, sein Publikum niemals besonders kunstsinnig oder geschmackssicher. So ist es auch nicht verwunderlich, dass Josef Limburg – der letzte Klassizismus-Vertreter und ein unbeugsamer Schwimmer gegen den Strom der modernen Stilrichtungen des XX. Jahrhunderts – bis dato dem breiten Publikum relativ unbekannt blieb, obwohl seine Werke weit über Deutschland hinaus sehr geschätzt sind.

Der in Hanau am Main geborene Josef Limburg studierte 1894/95 in Wien bei Victor Tilgner, sowie von 1896 bis 1900 bei Anton von Werner und Gerhard Janesch an der Akademie für bildende Künste in Berlin. Josef Limburg porträtierte Päpste, Kardinäle, Adlige, Gelehrte, Generäle, Arbeiter, Industrielle (wie August v. Borsig) und Künstler (wie Franz Liszt). Er schuf Sakralbilder und Plastikkompositionen. Seine Werke stehen in Fabriken, Schlössern, Galerien; sie befinden sich im Vatikan, in der Cancelleria und im Germanicum zu Rom.

J. Limburgs langes und künstlerisch produktives Leben in all seinen Schaffensperioden vollzog sich unter dem Motto: Maß, Gesetz, Mitte. „Ich will eine Synthese von Wahrheit und Schönheit, von Realität und Idealität...“

1923 erwarb er die Villa in der Bahnhofstraße 6 in Berlin - Lichterfelde, die er bis zu seinem Lebensende bewohnte und in der er sich ein Atelier einrichtete. Dort befindet sich heute die Josef-Limburg-Gedächtnisstätte.

Grabstätte: Lageplan-Nr. 37