Friedpark: Friedhof Malchow
  Gedächtnisstätte

Paul von Fuchs

geboren am: 15.12.1640
gestorben am: 07.08.1704

 

Gutsbesitzer, Minister
 


Dem Gutsbesitzer Paul von Fuchs ist es zu verdanken, dass sich Malchow (heute Teil des Berliner Stadtbezirkes Lichtenberg) ab 1684 in eine ansehnliche Ortschaft verwandelte. Auf sein Betreiben hin entwickelte sich dort eine „rege Bautätigkeit“, so dass in dieser Zeit eine große Anzahl neuer Wohnhäuser entstand - darunter das zweigeschossige Herrenhaus „Schloss Malchow“ (linkes Foto). Im Hof ließ der Gutsherr eine Bierbrauerei und später eine Schnapsbrennerei errichten. Ebenfalls auf sein Geheiß erstreckte sich bald westlich des Schlosses ein Lustgarten mit Orangerie, während östlich bis zum Malchower See eine Pflanzung seltener Gehölze, Obst- und Weingärten sowie Karpfenteiche und Kanäle angelegt wurden. Häufig weilten der preußische König Friedrich I. und seine Gattin Sophie Charlotte zu Besuch. Auch am 7. August 1704 plante der König einen Ausflug zu dem schönen Landsitz und erfuhr auf dem Wege dorthin, dass sein „treuer Diener“ an diesem Tag gestorben sei.

Paul von Fuchs wurde in der Gruft der Malchower Dorfkirche beigesetzt. Am 20. April 1945 sprengte die Wehrmacht - wie auch viele andere hohe Gebäude - den mittelalterlichen Bau, um der einmarschierenden Roten Armee keine erhöhten Orientierungspunke zu bieten. Nur noch die Grundmauern des früheren dreiseitigen Chorpolygons blieben ruinenartig erhalten. Ein Feldstein erinnert mit einer Aufschrift an die Opfer des 2. Weltkrieges (Foto rechts).

Doch was wurde aus dem Schloss Malchow? 1705 übernahm zunächst Friedrich I. das Gut. Ab 1713 erhielt Markgraf Christian Ludwig hierfür die Nutzungsrechte; das prächtige Gebäude wurde von nun an „Herrschaftliches Lustschloss“ genannt. Nach einer wechselhaften Geschichte diente das Schloss der Humboldt-Universität zu Berlin von 1951 bis 2004 als Außenstelle des Instituts für Acker- und Pflanzenbau (später Institut der Landwirtschaftlich-Gärtnerischen Fakultät). Heute, im Jahre 2006, steht das Haus leer. Es gehört dem Land Berlin und ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.

In Erinnerung an den Gutsherrn Paul von Fuchs wurde 1996 neben der Hausnummer eine Berliner Gedenktafel aus weißem Porzellan angebracht. Die Inschrift würdigt seine großartigen Verdienste als Staatsminister, besonders bei der Ausarbeitung des Edikts von Potsdam 1865, und als Begründer und Förderer der Berliner Hugenotten-Gemeinde.

Standort des Schlosses: 13051 Berlin, Dorfstraße 9