Friedpark: Dom Friedhof II
  Gedächtnisstätte

Karl Friedrich Otto von Gerlach

geboren am: 12.04.1801
gestorben am: 24.10.1849

 

Theologe, Hof- und Domprediger

 

Der in Berlin als jüngster Sohn von Carl Friedrich Leopold von Gerlach (1757-1813),
erster Oberbürgermeister von Berlin, geborene Otto von Gerlach besuchte das Friedrichwerdersche Gymnasium. Er studierte zunächst Jura, dann Theologie in Berlin, Heidelberg und Göttingen. Gerlach promovierte und habilitierte 1828 als Theologe. 1835 war er erster Pfarrer an der neu fertiggestellten St. Elisabeth-Kirche in der Invalidenstraße
in Berlin, die in einem neu entstehenden Arbeiterviertel lag. Hier organisierte er soziale Seelsorge sowie kirchliche Wohlfahrts- und Jugendpflege und schuf somit die Grundlagen der modernen Sozialarbeit. So gründete er zum Beispiel einen Beschäftigungsverein für arbeitslose Handwerker, vor allem Weber. 1844 wurde Gerlach zum Konsitorialrat ernannt und 1847 vom König Friedrich Wilhelm IV., mit dem er eng befreundet war, zum vierten
Hof- und Domprediger berufen. 1849 ernannte man den Doktor der Theologie zum ordentlichen Professor der Theologischen Fakultät an der Berliner Universität.

Otto von Gerlach war ein anerkannter Kenner der Missionsgeschichte. Er veröffentlichte die
Hauptschriften Luthers mit historischen Anmerkungen und Registern.
Wegen seines Einsatzes in den Arbeiterslums wurde seine Gesundheit auf Dauer so geschwächt, dass er nach mehreren Schlaganfällen im Alter von 48 Jahren starb.

Seine Geschwister waren:
Sophie von Gerlach, verh. v. Grolman (1787-1807);
Wilhelm von Gerlach (1789-1834), Jurist und zuletzt Präsident
am Oberlandesgericht in Frankfurt/Oder;
Leopold von Gerlach (1790-1861), Offizier und seit 1849 Generaladjutant
König Friedrich Wilhelms IV.

Otto von Gerlach hatte keine Kinder. An statt dessen nahm er die vier Söhne seines früh verstorbenen Bruders Wilhelm an, von denen zwei das Erwachsenenalter erreichten.

Grabstelle: rechte Mauer 1 – 69 – 77, Denkmalschutz