Friedpark: Dom Friedhof II
  Gedächtnisstätte

Johannes Theodor Rudolf Kögel

geboren am: 18.02.1829
gestorben am: 02.07.1896

 

Theologe, Oberhofprediger
 

Der als Sohn des Diakons und späteren Superintendenten Johann Gottfried Kögel in Birnbaum/Provinz Posen geborene Johannes Theodor Rudolf Kögel besuchte die Latina in Halle und studierte anschließend evangelische Theologie in Halle. Dort wurde er Amanuensis von August Tholuck, der ihn in seiner kirchenpolitischen Entwicklung maßgeblich beeinflusste. 1850 setzte er sein Studium in Berlin fort und trat ab 1852 durch Tholucks Vermittlung eine Stelle als Kandidat der Theologie in der Blochmann-Bezzenbergischen Erziehungsanstalt, später Vitztumsches Gymnasium, in Dresden an.
Hier war er bis 1854 als Gymnasíallehrer tätig. Ende 1854 arbeitete Rudolf Kögel als Pfarrer in Nakel und 1857-1863 in der deutsch-evangelischen Gemeinde in Haag (Holland).

1862 erhielt er die Berufung zum vierten Hofprediger an den Dom zu Berlin, die er aber krankheitsbedingt erst ab Ende 1863 ausüben konnte. 1871 wurde er dritter Domprediger und ab 1873 zum zweiten Domprediger und Schlosspfarrer und von 1881-1896 zum Oberhofprediger ernannt. Zugleich wirkte er ab 1879-1891 als Generalsuperintendent der Kurmark sowie als zweiter Ephorus des Domkandidatenstifts. 1879-1894 war er Mitglied des Evangelischen Oberkirchenrates. Parallel dazu hatte er als Mitglied des Preußischen Staatsrates das Amt des vortragenden Rates im Kultusministerium inne. Kögel war auch aktiv als Unionspolitiker für die 'Hofpredigerpartei' tätig und kämpfte gegen die konfessionell-lutherische Partei und die sogenannte Mittelpartei sowie gegen den Protestantenverein. Zusammen mit seinem Schwager Leopold Schultze gründete er deshalb die 'Positive Union'. Ab 1880 hatte er als Seelsorger und Oberhofprediger maßgeblichen Einfluss auf die kaiserliche Familie von Wilhelm I.

Rudolf Kögel beeindruckte vor allem durch seinen bildreichen Predigtstil, seine Vorträge (1888) über 'Ethisches und Ästhetisches' und seine Gedichte und Lieder.
Er starb nach längerer Krankheit im Alter von 67 Jahren, wenige Tage nachdem er die Konferenz der Domkandidaten geleitet hatte.

Seine Grabstätte wurde eingeebnet, siehe Gedenkstein am Eingang des Domfriedhofs II.